186 Beilagen.
Kaiser und dem Könige von Dänemark gerechte Vergeltung wurde, trug derUrheber derselben, Torstenson, in vollem Maasse verdienten Ruhm davon.Nachdem er in Sachsen überwintert, rückte er im Frühjahr 1645 nach Böhmen,schlug bei Jankowitz das überlegene kaiserliche Heer unter Hatzfeld , besetzteMähren, vereinigte sich mit Rakoczi, belagerte und eroberte Briinn, kam bis andie Donau und bemächtigte sich des Brückenkopfes bei Wien ! Aehnliches hattebisher noch keiner der schwedischen Generale geleistet. Die den Kaiser be-drohende Gefahr bewog denselben mit Rakoczi Frieden zu schliessen, weshalbTorstenson, der Wien anzugreifen im Begriff stand, in Folge seiner Schwäche,wegen Mangels an Proviant sowie durch andere dem ähnliche Ursachen sichzum Rückzug nach Sachsen gezwungen sah. Nachdem er den Kurfürsten vonSachsen zur Neutralität genöthigt, übergab er, seiner körperlichen Leidenwegen, den Oberbefehl über das schwedische Heer an Wrangel und kehrte nachSchweden zurück, wo er mit grossen und seiner würdigen Ehrenbezeigungenempfangen, 1617 in den Grafenstand erhoben und 1618 zum Generalgouverneurmehrerer Provinzen Schwedens ernannt wurde. Seine Krankheit und körper-lichen Leiden nahmen aber 1651 in dem Maasse zu, dass sie seinen Tod be-schleunigten, der ihn (7. April) im 48. Jahre seines thätigen und ruhmvollenLebens dahinraffte.
Nach Gustav Adolph und Oxenstjerna war Torstenson unstreitig eine derglänzendsten Erscheinungen in der Reihe der schwedischen Generale des30jährigen Krieges. ' In militärischer Hinsicht war er ein würdiger SchülerGustav Adolph's, in dessen Schule er gebildet war, und stand fast höher alsBauer und Wrangel sowie als alle übrigen schwedischen Generale. Nicht nurunter den schwedischen und anderen Feldherren dieser Zeit, sondern unter denFeldherren aller Zeiten nimmt Torstenson durch seine Leistungen in den Feld-zügen von 1642 bis 1646 eine hervorragende. Stellung ein. Obschon seineKriegsoperationen, gleich denen Baner's und Wrangel's, den OperationenGustav Adolph's an Gründlichkeit nachstanden, weshalb durch sie auch nichtso wichtige und dauerhafte Resultate erlangt wurden, so ersieht man aus ihnendoch eine bemerkenswerthe Geschicklichkeit in der Combination und Aus-führung, was unstreitig seinen ausgezeichneten natürlichen Anlagen im All-gemeinen und seinen militärischen Fähigkeiten insbesondere zuzuschreiben ist,desgleichen seinen hohen moralischen Eigenschaften und seiner Bildung, inwelch beiden Beziehungen er Baner überragt, sowie endlich dem Umstände, dasser den Krieg bedeutend menschenfreundlicher führte.
Zudem war er ein ausgezeichneter Artillerist, der durch die ausserordent-liche Ausbildung der schwedischen Artillerie seinem Vaterlande einen überausgrossen Dienst geleistet, sich selbst aber bleibenden Ruhm erworben hat.
Schliesslich darf auch nicht mit Stillschweigen übergangen werden, dasser selbst hochgebildet, ein. Kenner, Freund und Beschützer der Künste undWissenschaften und, mit einem Worte, ein ebenso hochgebildeter als talent-voller und geschickter Feldherr war.