184 Beilagen.
zeichnete er sich bei Burgstall aus, wie auch bei dem Angriffe auf das Wallen-stein'sche Lager, bei dem er gegen Ende des Kampfes in Gefangenschaft ge-rieth und hierauf vom Kurfürsten von Baiern sechs Monate hindurch zu Ingol-stadt in einem feuchten Gefängnisse eingeschlossen wurde, was seine Gesundheituntergrub und Ursache vieler Krankheiten und Leiden für ihn in der Folgewar. Vergebens waren alle Bemühungen Gustav Adolph's und Oxenstjerna's,ihn aus der Gefangenschaft zu befreien oder auszulösen, und erst 1633 wurdeer gegen den von den Schweden gefangenen Schwiegervater Wallenstein's, denGrafen Harrach, ausgewechselt. Oxenstjerna vertraute ihm ein besonderesCorps in Baiern an, mit dem er Landsberg am Lech nahm; Krankheit zwangihn aber, nach Schweden zurückzukehren, wo er, zum Feldzeugmeister ernannt,für die Vervollkommnung der schwedischen Artillerie zu sorgen fortfuhr. 1634befand sich Torstenson bei dem Heere des Feldmarschalls de la Gardie, das ander Grenze Polens stand, von wo er mit einem Theile dieses Heeres zu denTruppen Baner's in Deutschland zu stossen beordert wurde. Um dies zu be-werkstelligen, marschirte er 1635 den Küsten der Ostsee entlang, vertrieb dieKaiserlichen von der Insel Wollin und verstärkte die schwedische Besatzung inStettin, worauf es ihm, trotz des Widerstandes des Kurfürsten von Sachsen,durch geschickte Manöver gelang, sich mit Baner zu vereinigen. Bald daraufrückte er mit einem grossen Theile seiner Reiterei gegen Kyritz vor, wohin derKurfürst von Sachsen acht Jägerregimenter den Kaiserlichen zu Hülfe gesandthatte. Torstenson schlug sie und zwang sie zum Rückzug über die Havel.Hieraufblieb er bis zum Herbst 1640 mit Baner vereint, dessen Feuereifer eroft mässigte, indem er ihn von mancher vorschnellen That zurückhielt. Seineum diese Zeit zunehmende Kränklichkeit nöthigte ihn nach Schweden zurück-zukehren, wo er zum Mitgliede des Reichsraths ernannt wurde. Nach Baner'sTode vertraute die schwedische Regierung Torstenson, der nun zum Feld-marschall avancirt war, den Oberbefehl über alle in Deutschland befind-lichen schwedischen Heere an. Bei seiner Ankunft in Deutschland fand er dieAngelegenheiten der Schweden in traurigem Zustande, fast alle protestantischenVerbündeten hatten sich von ihnen getrennt, und die im schwedischen Heerestehenden deutschen Truppen, denen man den Sold nicht gezahlt hatte, drohtenzu den Kaiserlichen überzugehen. Die deutschen Soldaten befriedigte Torsten-son mit dem aus Schweden mitgebrachten Gelde, vereinigte die in Norddeutsch-land zerstreuten schwedischen Truppen und Garnisonen, wodurch er, nebstden aus Schweden mit ihm angelangten Verstärkungen, 10,000 Mann Fuss-volk und 9000 Mann Reiterei zusammenbrachte. Mit diesem Heere rückte erim Frühjahre 1642 nach Schlesien, schlug bei Schweidnitz (21. Mai 16 12den Herzog Franz Albert von Lauenburg (denselben, den man wegen der Er-mordung Gustav Adolph's in Verdacht hatte und der au seinen Wunden in einemschwedischen Lazarethe starb) und eroberte Schweidnitz und Glogau. ImSommer desselben Jahres marschirte er nach Mähren, belagerte Olmütz und