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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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180 Beilagen.

erschütterte ihn so tief, dass er erkrankte und um seinen Abschied bat, derihm aber verweigert wurde. In Folge seiner Krankheit war er lange dienst-unfähig. Zum Feldmarschall 1634 befördert, bekam er den Oberbefehl über16,00(1 Mann in Schlesien, wo er der Schrecken der Feinde war, glücklichgegen Wallenstein kämpfte und bis zum Mai 1634 viele befestigte Plätze an derOder nahm. Durch die Belagerung Glogaus kam er mit dem Kurfürsten vonSachsen in Streit, der in Folge dessen seine Politik änderte. Der Tod Wallen-stein's erleichterte ihm seine Siege in Böhmen, dessen nördliche Hälfte er ohnegrosse Anstrengung eroberte. Der durch die Kaiserlichen 1634 bei Nördlingenerfochtene Sieg zwang ihn, sich nach Thüringen zurückzuziehen. In der erstenHälfte des Jahres 1635 als geschickter Politiker handelnd gelang es ihm, dasZerwiirfniss mit dem Kurfürsten von Sachsen bis zum September vollständig inden Hintergrund zu drängen. Genöthigt, einzig für die Erhaltung und Sicherungder nördlichen Provinzen Deutschlands zu sorgen, operirte er mit seltener Ge-schicklichkeit ; das, was er nicht zu vertheidigen im Stande war, dem Feindeohne Schwertstreich überlassend, benutzte er jede Gelegenheit, bald den Kur-fürsten von Sachsen, bald die kaiserlichen Heere zu überfallen und ihnenNiederlagen beizubringen, wodurch er sie schliesslich zum Rückzug über dieHavel zwang. Nachdem sich hierauf die feindlichen Heere vereinigt hatten,beschlossen sie Mecklenburg zu erobern, das Baner durch einen kühnen Einfallin Sachsen zu vertheidigen sich entschloss. Den 1. Februar 1636 vor Halleerscheinend, brandschatzte er alle Länder zwischen der Werra und Saale, be-gann Sachsen zu verwüsten und nöthigte dadurch den Kurfürsten, seinem Landezu Hülfe zu eilen. Erst im Mai gelang es dem Kurfürsten, und zwar nurdurch Hülfe des kaiserlichen Heeres , Baner aus Sachsen zu verdrängen. DerVerlust Magdeburgs aber beschränkte Baner's Operationen auf Mecklenburg,während die Verbündeten wieder mit vereinten und überlegenen Streitkräftensieh gegen ihn wandten. Von ihnen umzingelt, musste er seine Communicationmit den in Pommern unter General Wrangel stehenden schwedischen Truppengewaltsam herstellen und wurde endlich mit dem Rücken gegen das Meer ge-drängt; da erfocht er bei Wittstock (24. Sept. 1636) über die überlegenenStreitkräfte der Verbündeten einen entscheidenden Sieg, der ihm zum grösstenRuhme gereicht. Nun drang er neuerdings in Sachsen ein, eroberte Erfurt,zerstreute bei Torgau drei neuformirte sächsische Regimenter, eroberte dieseStadt und einen grossen Artilleriepark und belagerte Leipzig; doch das An-rücken eines kaiserlichen Heeres nöthigte ihn, die Belagerung aufzuheben undsich nach Torgau zurückzuziehen. Hier blieb er vier volle Monate, verwüstetebeide Eibufer und wurde erst in der ersten Hälfte des Juni 1637 zum Rückzugegezwungen. Durch diesen mit seltener Geschicklichkeit ausgeführten Rück-marsch erlangte Bauer neuen Ruhm. Gedrängt von den überlegenen Streit-kräften der Verbündeten unternahm er einen Scheinriickzug über die Oder nachLandsberg an der Warthe und wurde hier sowohl von der Oder als auch von