IV. Baner. 179
IV.
Baner.
Johann Bauer (oder richtiger Bauer oder Banier) wurde 1 505 in Schwedengeboren und stammt aus einem alten Adelsgeschlechte. In Folge der sowohldurch die Reformation als auch durch die Ansprüche des polnischen Sigismundauf den schwedischen Thron hervorgerufenen Erschütterungen in Schweden,wurde Baner's Vater auf Befehl Karl's IX. hingerichtet. Dieses gut zu machenbemühte sich Gustav Adolph nach seiner Thronbesteigung, indem er den jungenBaner, den er sehr schätzte, mit Wohlthaten überhäufte; auch sagte er ihmvoraus, dass er zu grossen Thaten bestimmt sei. Im Alter von 18 Jahren tratBaner 1614 als Gemeiner in die Reiterei. Gustav Adolph beförderte ihn zumOfficier, ernannte ihn zum Kammerjunker, gab ihm 1620 den Hauptmanns-und 1621 den Obristenrang. Seine ersten Feldzüge machte er in Russland undPolen, wo er sich durch Festigkeit, Entschlossenheit und Muth auszeichnete.Seine in Folge der unglücklichen Verhältnisse seiner Familie vernachlässigteErziehung und Bildung bemühte er sich noch im Dienste zu vervollkommnen,was ihm bei seinen natürlichen Anlagen vollständig gelang. Während der Be-lagerung Rigas befand er sich mit seinem Regimente auf dem gefährlichstenPosten. Nach der Uebergabe Rigas wurde er 1623 zum Generalmajor, 1630zum Generallieutenant befördert. In demselben Jahre folgte er Gustav Adolphnach Pommern und in das innere Deutschland. Nachdem er beim Beginne desKrieges beiWolgast eine Niederlage erlitten, blieb er lange Zeit im Hauptquar-tier, ohne irgend welche bedeutende Aufträge zu erhalten. In der Schlacht beiBreitenfeld befehligte er die zweite Linie der Reiterei des rechten Flügels, wo-bei er vereint mit der ersten Linie unter der persönlichen Anführung des Königsalle verzweifelten Angriffe Pappenheim's zurückschlug, den er so heftig be-drängte, dass er eben dadurch zur Erkämpfung des Sieges wesentlich beitrug.Der bei dieser Gelegenheit von ihm bewiesene Muth erwarb ilim den Beinamendes nordischen Löwen. Als Gustav Adolph gegen den Main vordrang, beorderteer Baner zur Verfolgung und Beobachtung Tilly's, wobei er mit seltener Umsichtverfuhr. Indem er den Kampf, zu dem Pappenheim ihn zu nöthigen sich be-strebte, vermied, zog er sich über die Saale zurück, bis er, nachdem er ver-schiedene schwedische Heerestheile an sich gezogen, wieder die Offensiveergriff und im Anfange des Jahres 1632 Pappenheim gänzlich aus Sachsenverdrängte. Bald darauf von Gustav Adolph nach Baiern berufen, focht er inden Schlachten bei Donauwörth, beim Uebergang über den Lech, bei Ingolstadtund bei Burgstall und beim Angriffe auf das Wallenstein'sche Lager, bei dem erschwer am Arme verwundet wurde. Als Gustav Adolph nach Sachsen vordrang,liess er Baner in Baiern, indem er ihm den Oberbefehl über alle dort stehendenschwedischen Truppen anvertraute. Die Nachrieht vom Tode des Königs
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