III. Herzog Bernhard von Weimar. 177
Der jüngste von acht Söhnen des Herzogs Johann von Sachsen-Weimar(gest. 1605) und dessen Gemahlin Sophie Dorothea, wurde er am 6. August1604 geboren und erhielt von seiner Mutter und dem als Staatsmann undHistoriker höchst geachteten Hortleder eine ausgezeichnete Erziehung; aberschon im Alter von 13 Jahren verlor er seine treffliche Mutter. Beim Ausbruchdes 30jährigen Krieges ergriff er gleich seinen Brüdern die Waffen, diente unterdem Markgrafen von Baden-Durlach und Christian von Braunschweig und nahmhierauf Kriegsdienste im holländischen Heere, das die beste praktische Kriegs-schule damaliger Zeit war, als Prinz Moritz von Nassau, dessen Bruder FriedrichHeinrich, Spinola und andere berühmte Generale gegen einander fochten. Späterkämpfte er als Oberst unter Christian IV. von Dänemark. Beim ErscheinenGustav Adolph's in Deutschland vereinigte sich Herzog Bernhard mit ihm undbetheiligte sich den 24. August 1632 am Sturm auf das befestigte Lager Wallen-stein's bei Nürnberg. Als Gustav Adolph aus Schweinfurt am Main durchThüringen nach Sachsen vordrang, stiess Herzog Bernhard mit seinen Truppenden 23. October bei Arnstadt zu ihm und rückte mit ihm vereint weiter gegenErfurt, Naumburg und endlich gegen Lützen vor. In der Schlacht bei dieserStadt den 6. November 1632 befehligte er den linken Flügel des schwedischenHeeres (zwölf Kegimenter Reiterei^, und nachdem Gustav Adolph gefallen war,übernahm er den Oberbefehl über das schwedische Heer und rächte den Toddes Königs dadurch, dass er Wallenstein eine vollständige Niederlage beibrachte,wenngleich er auch selbst schwer verwundet wurde. Oxenstjerna, den dieschwedischen Reichsstände bevollmächtigt hatten, alle politischen und militäri-schen Angelegenheiten Schwedens in Deutschland zu leiten, vertraute dem Her-zog Bernhard den Oberbefehl über die Hälfte des schwedischen Heeres an, mitder er 1633 die Städte Bamberg, Kronach, Hochstädt und Eichstädt eroberte.Seine Unternehmung gegen Ingolstadt misslang ihm, dafür nahm er aber Regens-burg und Straubing und vereitelte die Pläne Wallenstein's. Die schwedischeRegierung ernannte ihn zum Herzog von Franken. Seine übermässige Lebhaftig-keit war die Ursache, dass er in der Schlacht bei Nördlingen, den 27. August1634, eine Niederlage erlitt, wobei er nahe daran war in Gefangenschaft zugerathen. Die weisen Massregeln Oxenstjerna's, sowie die Tapferkeit HerzogBernhard's machten in Kurzem die begangenen Fehler wieder gut. Durch dieVermittelung des Herzogs Bernhard, der am 16. October 1635 in Paris anlangte,schloss Frankreich sich enger an Schweden an und es kam ein besonderer Ver-trag zu Stande. Der Herzog verpflichtete sich 13,000 Mann Truppen am Rheingegen den Kaiser zu stellen, zu deren Unterhalt er von Frankreich 4 MillionenLivres erhalten sollte. Hierauf führte er mit Erfolg den Krieg am linkenUfer des mittleren Rheins, eroberte im Elsass die Festung Zabern, drang sieg-reich nach Lothringen und'Burgund vor und schlug die kaiserlichen Heere inverschiedenen Schlachten. Im Anfange des Jahres 1638 belagerte er das inder Nähe Basels gelegene Rheinfelden. Von dem dieser Festung zu Hülfe
Galltzin, Allgeui. Kriegsgeschichte. III, 1. 12