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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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176
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176 Beilagen.

einsah, dass die Königin unerschütterlich bei ihrem Vorhaben beharre, wasseiner Ueberzeugung nach Schweden mit dem grössten Unheile bedrohte, ent-sagte er j eine Krankheit vorschützend, allem Antheil an den hierauf bezüg-lichen Verhandlungen, sowie an den übrigen Staatsgeschäften, wenn er auchim Uebrigen fortfuhr dem Staat treu und gewissenhaft zu dienen. Mit tiefemSchmerze bemerkte er, dass die Finanzen Schwedens in Verfall geriethen,während die Staatsschuld sich bedeutend vergrösserte, trotz aller seiner früherenBemühungen und weisen Massregeln, die ersteren zu heben und die letzterenzu verringern. Alles dies, vereint mit seinem hohen Alter und seinem zer-rütteten Gesundheitszustande, beschleunigte seinen Tod, der im August 1654in einem Alter von 71 Jahren erfolgte.

Unstreitig gehört er zu den berühmtesten Staatsmännern, die durch ihreausgezeichnete staatsmännische, politische, militärische, bürgerliche und fürdas Wohl der Menschheit schaftende Thätigkeit sich ein bleibendes Denkmalbei der Nachwelt gesetzt. Die ausgezeichnete Erziehung und Bildung, die ihmzu Theil geworden, hatten seine hohen natürlichen'Fähigkeiten entwickelt undin ihm das Streben nach allem Schönen, Edlen und Grossen erweckt. Sein poli-tischer Scharfblick hatte die allgemeine Bewunderung und Hochachtung für ihnerregt, und die Verhältnisse, in denen er lebte und wirkte, boten ihm dieGelegenheit, ihn in seinem ganzen Umfange geltend zu machen. Das auf An-ordnung der Regierung von ihm verfasste 1634 von den Reichsständen be-stätigte Project der Reichsverfassung galt als ein Muster der Staatskunst. SeineReden, wenn auch nicht schön durch Worte, waren kräftig und überzeugend.Er besass ein seltenes Talent, die Folgen einer jeden Massregel vorherzusehen,demgemäss er auch seine Handlungsweise einrichtete. Seine Wahrheitsliebe undEhrenhaftigkeit erweckten selbst bei seinen Gegnern Bewunderung und Ver-trauen. Mit Festigkeit, Einsicht und Hochherzigkeit trat er jedem Missgeschickeentgegen. Sein höchstes und edelstes Bestreben war immer die Ehre, dasWohl und die Unabhängigkeit des Vaterlandes nach Aussen zu schützen unddurch die Entwickelung der Gewerbe, des Handels, der Künste und Wissen-schaften dessen innern Wohlstand zu heben.

So war die reine und hellstrahlende Persönlichkeit des würdigsten Vor-mundes und Leiters der Jugendjahre des grossen Schwedenkönigs GustavAdolph, seines Beistandes in Staatsgeschäften, Mitarbeiters, Rathgebers undseines treuesten ergebensten Freundes im reiferen Mannesalter.

in.

Herzog Bernhard von Weimar.

Den zweiten Platz unter den nächsten und besten Kampfgenossen GustavAdolph's im 30jährigen Kriege nimmt nach Axel Oxenstjerna unstreitig HerzogBernhard von Sachsen-Weimar ein.