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Flanke näher zu derselben und mit der linken entfernter, so däss, als der rechteFlügel und das Centrum schon den ersten Angriff machten, der linke Flügeldamit noch nicht begann, sondern nur etwas vorrückte.
5) Der erste Angriff wurde gleichzeitig ausgeführt von Gustav Adolphmit der Reiterei des rechten Flügels gegen die Reiterei des linken feindlichen,und selbstverständlich-schneller als der Angriff der ersten Linie der Infanteriegegen den ausspringenden Winkel der Strasse auf die dahinter aufgestellteBatterie und das vordere und linke Quarre Wallenstein's. Der Herzog Bernhardvon Sachsen-Weimar aber mit der Reiterei des linken Flügels machte einen ent-schiedenen Angriff auf die Fronte und rechte Flanke der Reiterei des rechtenWallenstein'schen Flügels erst während des zweiten Angriffs im Centrum, beiwelchem Gustav Adolph gegen 1 Uhr Nachmittags auf der anderen Seite derStrasse getödtet wurde. Die Kunde von seinem Tode erhielt der Herzog Bern-hard ebenfalls jenseits der Landstrasse, aber auf der äussersten Spitze derlinken schwedischen und rechten feindlichen Flanke. Nachdem er das Com-maudo über den-linken Flügel einem Andern (nach Einigen dem Grafen Brahe)übergeben hatte, sprengte er selbst mit zwei Kürassierregimentern ins Centrum,machte den dritten Angriff mit frischer Infanterie des zweiten Treffens (Knip-hausen), unter Mithülfe des Angriffs der schwedischen Reiterei vom rechtenFlügel. Dieser dritte auf der ganzen Linie von den Schweden unternommeneAngriff, in der zweiten Stunde, drängte die Wallenstein'sche Armee weit (bis1 Werst = 1500 Schritt) hinter die Landstrasse zurück und entschied schonfast den Sieg, als der gegen 2 Uhr angelangte Pappenheim den Kampf auf demlinken Flügel erneuerte und erst nach dem dritten Angriffe zurückgeworfenund er selbst tödtlich verwundet wurde.
Gegen 6 Uhr ging die Sonne unter, und gegen 6 — 7 Uhr, schon inder Abenddämmerung, endete die Schlacht mit dem vollständigen Siege derSchweden. . .
König Gustav II . Adolph.(Das 26. Kapitel des 6. Theiles der Geschichte Schwedens von Frixel.)
König Gustav Adolph war ein wohlgestalteter, etwas über drei Ellehoher, schön gebauter Mann, der aber in den letzten Lebensjahren so beleibtwurde, dass nur die stärksten Pferde im Stande waren, ihn bei einem einiger-massen anhaltenden Ritte zu tragen. Dessenungeachtet war er gesund undkräftig, alles zu ertragen fähig und dabei lebhaft, wenn auch nicht in demGrade wie sein Vater. Alle seine Bewegungen waren voller Adel und Anmuth:seine Haltung war gerade mit etwas vorgeschobenem Kinn; das Haar trug erkurz geschoren und von der Stirn in die Höhe gekämmt; Haar, Schnurr- undKnebelbart waren goldfarben, weshalb man ihn auch den »goldenen König«nannte. Die Stirn war erhaben, die Nase edel gebogen, das Auge offen undblau, sein Gesicht bewahrte immer seine Frische und Jugendfülle. In seinem