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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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I. Gustav II. Adloph, König von Schweden. (Sein Tod.) 167

nähere Erforschung der Todesumstände Gustav Adolphs einige Ungenauigkeitenin den Einzelheiten des Textes an den Tag legte. Daher halte ich es fürnöthig, diese hier anzugeben, um ste mit den ausführlicheren und augen-scheinlich genaueren Angaben in den Beilagen (Gustav Adolph's Tod) inEinklang zu bringen.

So ist 1) im Text die Zahl der Truppen bei Wallenstein auf 40,000 undbei Gustav Adolph auf 27,000 Mann angegeben. Diese Angabe, aus der Zahlaller unter einander mehr oder weniger verschiedenen, ist von der Mehrheitder Historiker gemacht worden und muss mehr oder minder der Wahrheit nahekommen. Wirklich hatte Wallenstein, bis zur Absendung Pappeuheim's nachHalle (mit 8 bis 10,000, nach Einigen sogar 12,000 Mann Truppen), gegen40,000 Mann, und darnach verblieben ihm nur 32 — 30,000 oder sogar nur28,000 Mann; von diesen Zahlen wird meistentheils die Mittelzahl 30,000Mann, die in der Schlachtlinie standen, angenommen. Gustav Adolph hatteseinerseits in Arnstadt nach vollzogener Vereinigung mit dem Herzog Bernhardvon Sachsen-Weimar wirklich gegen 27,000 Mann Truppen. Nach Entsendungeines Theiles seiner Truppen zur Donau, an den Rhein nird nach Schwaben,und nach seiner Ankunft bei Lützen hatte er aber in der Fronte nur 20,000Mann Truppen oder etwas darüber, jedenfalls ist es jedoch unzweifelhaft, dasser in der Schlacht bei Lützen um 10,000 Mann schwächer war, als Wallen-stein. Pappenheim endlich langte mit 8 Reiterregimentern aus Halle (imGanzen 6000, nicht vollzählig — nicht über 5000 Mann) erst nach 2 Uhr Nach-mittags an.

2) Die Landstrasse von Lützen nach Leipzig, mit gewöhnlichen Gräbenzu beiden Seiten, war zu der Zeit über das Niveau der Felder links und rechtserhöht, aber nicht in dem Grade, dass sie einen sehr hohen Damm gebildethätte, wie man es sich wohl vorstellen könnte. Da aber die Gräben in derNacht vertieft wurden, der äussere mehr, der innere weniger, und die ausge-worfene Erde Brustwehren in zwei Etagen bildete, so wurde der Weg durchdie Brustwehr der zweiten Reihe wirklich etwas erhöht. Aber auch dann setztedie Reiterei von beiden Seiten hin und zurück mehrere Male über die Strasseund die Gräben, was sehr schwer auszuführen gewesen wäre, wenn die Strasseeinen hohen Damm gebildet hätte.

3) konnten die beiden Batterien Wallenstein's, die eine aus 7 Kanonenim Centrum, die andere von 14 Geschützen auf dem rechten Flügel, nicht weitvor dem Erdaufwurfe postirt werden, sondern befanden sich hinter der Strasse,die erste hinter dem ausspringenden Winkel derselben und die zweite hinterder einspringenden Biegung der Strasse, und waren in Gestalt kleiner Bastionen(Katzen) über das Niveau der Strasse erhöht, um über dieselbe hinwegschiessenzu können.

4) Die Linie der Schlachtordnung der schwedischen Armee war nichtganz parallel mit der feindlichen Linie, sondern etwas schräg, mit der rechten