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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
Entstehung
Seite
166
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166 Beilagen.

wurde, in nicht weiter Entfernung hinter dem Orte, wo im Centrum von Wallen-stein's Armee das hintere Quarre stand, und eine halbe Werst (ca. 750 Schritt)links von der alten Landstrasse, wenn man von Lützen aus geht.

Bis in unser Jahrhundert war dem Helden nur ein bescheidenes Denkmalan der Stelle des Schwedensteins errichtet. Im Jahre 1837 aber hat sich einneues schönes gusseisernes Denkmal in Gestalt einer gothischen Kapelle überdem Steine erhoben, von welchem eine dem Werke Sporschill's entnommeneAbbildung hier beigefügt ist.

Zum Schluss der Aufzeichnung der Umstände, der Zeit und der Stelle desTodes Gustav Adolph's in der Schlacht bei Lützen bleibt noch über die Auf-findung seiner Leiche, die Geleitung derselben nach Weissenfeis, ihre Oeffnung,Einbalsamirung und Ueberführung nach Stockholm ein Kurzes zu sagen übrig.

Da die Schlacht mit einbrechender Dunkelheit endete, so konnten dieSchweden nach vielem Suchen unter der Masse der Gefallenen erst spät in derNacht oder gegen Morgen des folgenden Tages den seiner Kleidung beraubtenund verstümmelten Leichnam Gustav Adolph's finden und brachten ihn nachWeissenfeis. Hier im Rathhause wurde derselbe besichtigt, geöffnet und ein-balsamirt, wobei die Aerzte fanden: 1) am Körper acht Wunden, nämlich fünfSchusswunden, zwei Säbelhiebe und eine tiefe tödtliche mit einer Hellebardebeigebrachte (nach Salvius' Berichte, der sich auf die Angabe des ApothekersCasparus von Weissenfeis stützte, der bei der Einbalsamirung betheiligt war;(dieser Befund stimmt übrigens nicht ganz mit den oben angeführten Angabenüber die letzte tödtliche Verwundung durch einen Pistolenschuss am Kopfe über-ein) und 2) dass die Eingeweide seines Körpers so gesund waren, dass derKörperzustand zur Annahme eines langen Lebens bis ins hohe Alter hineinberechtigen musste. Die herausgenommenen Eingeweide wurden in der Kloster-kirche zu Weissenfeis (jetzt in Trümmern) ■ bestattet, das Herz aber und deneinbalsamirten Leichnam übergab Oxenstjerna der nach Weissenfeis herbei-geeilten Königin-Wittwe. Sie brachte dieselben nach Stockholm, wo sie in derköniglichen Gruft der Riddarholmskirche, inmitten der Gräber vieler schwedi-schen Könige, unter andern des berühmten Grossvaters Gustav Adolph's, GustavWasa, und seines Vaters, Karl IX., beigesetzt wurden.

Anmerkung.

In der Beschreibung der Umstände vor und während der Schlacht beiLützen — im Text (§. 46) und in den Beilagen (der Tod Gustav Adolph's) —können einige nicht übereinstimmende Angaben bemerkt werden. Dieses kamdaher, weil 1) die Angaben der Historiker ungemein widersprechend sind, sodass es ziemlich schwer hält, sie in Uebereinstimmung zu bringen, und 2) weilder Text $. 46) zu meinem Bedauern schon im Druck erschienen war, als die