Druckschrift 
Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
Entstehung
Seite
165
Einzelbild herunterladen
 

I. Gustav II. Adolph, König von Schweden. (Sein Tod.) - 165

allerdings'in Preussen, ein heisser Verehrer des Andenkens Gustav Adolph'swar und seine Broschüre namentlich in der Absicht (die auf dem Titelblatte an-gegeben) geschrieben, um dem Tode Gustav Adolph's den ganzenChar akter des Heroischen wiederzugeben, den alle diejenigenvon ihm nehmen, die da glauben, der König von Schwedenwäre von der Hand eines Verräthers gefallen. Zu diesem Zweckehat der Autor alle officiellen und nichtofficiellen Bescheinigungen und privateUeberlieferungen gesammelt und viele sorgfältige Nachforschungen vorgenommenund zwar in Folge des ihm vom Könige Gustav III. von Schweden ausgesproche-nen persönlichen Wunsches, nach dessen Tode er seine Broschüre seinemSohne, dem Könige Gustav IV. von Schweden, widmete. Auf der vierten Seitesagt er, dass vor 30 Jahren, im Jahre 1769 Friedrich IL, König von Preussen,der seine französische Uebersetzung der Geschichte Gualdo Priorato's kannte,ihm befohlen dieselbe drucken zu lassen, was er auch nach Hinzufügung einerkurzen Abhandlung über den Gegenstand der Broschüre von 1799 in der Hoff-nung gethan, dass irgendjemand Anderes sich damit umständlicher beschäftigenund endgültig alle Zweifel und Verdächtigungen heben werde, — er habe sich abergetäuscht, denn auch in den neueren Schriften finde man solche ganz wie früher.Noch sind einige Worte über den in dieser Broschüre bezeichneten Ort,wo eigentlich Gustav Adolph getödtet wurde, zu sagen. In dieser Hinsichtführt Francheville einige Zeilen aus dem Manuscripte eines ehrlichen Bürgersvon Lützen an, der damit Gewerbe trieb, Ausländern das Schlachtfeld zuzeigen und zu erklären. »Es ist Thatsache«, sagt dieser, »dass Gustav Adolphbei dem zweiten Angriffe im Centrum der feindlichen Armee getödtet wurde.Der Ort, wo sein Leichnam gefunden ward, liegt auf der Grenze des Weich-bildes der Stadt Lützen und der Feldmark des Dorfes Göttern, links von derLandstrasse nach Leipzig. Nicht richtig ist die Angabe, dass der König in derNähe des Steines, den man Schwedenstein nennt, gestorben, desgleichen, dassdie sächsischen Commissare den Stein zur Bezeichnung der Stelle, auf welcherder König getödtet worden, haben hinlegen lassen, da dieser Stein, drei Fusshoch und drei Fuss im Durchmesser an der Sohle, schon im Jahre 1550 bekanntwar und das Feldstück, auf welchem der Stein liegt, die Hufe am grossen Steingenannt wurde. »Diese Einzelheiten«, fügt Francheville hinzu, »sind darumschätzenswerth, weil sie auf das lang Gesuchte hinweisen, namentlich auf denOrt, wo Gustav Adolph getödtet wurde, und sowohl durch die genaue Erfor-schung der Oertlichkeit des Schlachtfeldes und die Aufstellung beider Armeen,als auch durch die vom Pastor der Stadt Lützen, Burger, zusammengestellte,im Manuscript vorhandene Chronik Lutzens bestätigt worden sind.« Auf demder Broschüre Francheville's beigefügten Plane von der Schlacht bei Lützenist der Ort des angeblichen (nach seinen Worten) Schwedensteins im rechteneinspringenden Winkel der Landstrasse vom Jahre 1632, neben derselben,rechts von Lützen, und der Ort, wo der Leichnam Gustav Adolph's gefunden