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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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I. Gustav IL Adolph, König von Schweden. (Sein Tod.) 163

dächtigung gegen den Herzog von Sachsen-Lauenburg bis ins Einzelne durchund macht sie durch Angabe -wichtiger Beweise hinfällig. Er sagt, dass derErste, der diesen Verdacht verbreitet, ein gewisser Hans Hastendorf, einSachse, gewesen, der Gustav Adolph als Führer und dann auch als Spion ge-dient. Diese dunkle und verdächtige Persönlichkeit behauptete in ihrer schrift-lichen , ganz sonderbaren, halbverrückten Angabe vom 6..November 1632,dass beim Könige sich vier Personen befunden hätten: er (Hastendorf), nochzwei aus dem Gefolge des Königs, die er nicht nennt und welche mit Befehlenentsandt waren, und eine vornehme Person, die er auch nicht nennt, welcheaber, nach seinen Worten, ganz Deutschland kenne; dass sie unter heftigemFeuer gestanden, sein (Hastendorfs) Pferd von einer Kanonenkugel getödtetworden und er ein Bein verloren hätte; dass der König auf etwa 50 Schrittvorausgeritten sei und dort ein Verräther demselben aus einer Pistole nach demKopf geschossen; das Blut sei dem Könige übers Gesicht geflossen, welcherauf den Bösewicht seine beiden Pistolen abgefeuert, ihn aber nicht getroffenhabe. »Ich sah«, sagt Hastendorf, »wie der König sich zwanzig Mal umkehrte(fit vingt pirouettes) und schliesslich die Kraft verlor, sich auf dem Pferde zuerhalten, von demselben abstieg, sich auf die Erde setzte und laut seineSeele Gott empfahl, indem er den Verwundeten um sich herum das Gleiche zuthun empfahl; aber der Verräther näherte sich ihm abermals und brachte ihmnoch neun Wunden bei; der König nannte ihn beim Namen und schrie laut auf:,Bösewicht! möge dir Gott vergeben, wie ich dir vergebe, ihr aber nochLebende, seid meine Zeugen, dass ich für meinen Eifer auf verrätherischeWeise sterbe.' Der König hielt in seiner Hand den blanken mit Blut bespritztenDegen; sein Collet, Sattel und Pferd waren von seinem Blute geröthet undman konnte ihn kaum erkennen. So lange ich leben werde«, schliesst Hasten-dorf, »wird die Erinnerung an das, was ich gesehen habe, traurig für michsein, aber ich darf es nicht zu sagen wagen, was ich gesehen habe; dieses istdie Erfüllung der Worte des Königs David: ,Der, welcher mein Brod isset,tritt mich mit Füssen'; .so ging der vierte von uns aus dem Gefolge GustavAdolph's mit ihm um. Geschrieben in der Nähe von Lützen am 6. November1632« und unterschrieben : »Hastendorf«. Dieser Mensch wurde wieder gesundund bestätigte im Jahre 1633 seine Angabe: »Das, was ich hier gesagt, istWahrheit, meine Augen haben dieses gesehen, und was ich geschrieben, dasbestätige ich von Neuem. Lützen, den,16. Juni 1633.« Dazu fügte er hinzu:»Willst du wissen, wo der König getödtet wurde, so nimm einen Strick, bindeihn an den Stein (wahrscheilich den schwedischen) und das Gesicht nach Lützengewandt, messe 48 Ellen (aulnes) und noch 36 ab, und du wirst die Stellehaben, wo der grosse Gustav seinen Geist aufgegeben.« Francheville nenntdiese Angabe, nachdem er sie genau geprüft und widerlegt, Fieberphantasieeines Kranken oder absichtliche Spitzbüberei. »Dennoch«, fügt er hinzu, »dientedieses durch Nichts belegte Märchen als Grundlage der fest gefassten und ver-

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