102 Beilagen.
Tod sehr unparteiisch, namentlich: dass der König au der Spitze des srnä-ländischen Reiterregiments, das er persönlich an Stelle des verwundetenRegiments-Commandeurs Stenbock zum Angriff geführt, gefallen; dass beimTode des Königs kein Verrath spielte und dass der Tod selbst vielleicht auchnicht erfolgt wäre, wenn der König anstatt des ledernen Collets einen Harnischangehabt hätte« (und man könnte noch hinzufügen, anstatt des Hutes auf demKopfe einen Helm); schliesslich führt Kanzler noch die Aussagen des achtzehn-jährigen Pagen Gustav Adolph's, des fränkischen Edelmannes August Leubel-fiug, und die Angaben des Trompeters des königlichen Hofes, Jons Mänson's,an, die - beide Zeuge des Todes Gustav Adolph's waren und mit einander über-einstimmen. Der Vater des Pagen Leubelfing war Obrist der Stadtwache undCommandant von Nürnberg während der Operationen Gustav Adolph's bei dieserStadt. Der König, der den Sohn des Ersteren von einer guten Seite kennengelernt hatte, erlaubte ihm als Freiwilliger bei ihm zu bleiben. Von dieser Zeitan befand sich der junge Leubelfing beständig in seiner Umgebung bis zu seinemTode, wurde neben ihm in der Schlacht bei Lützen schwer verwundet, nachNaumburg gebracht und starb am neunten Tage darauf, vermochte jedoch nochin einem Briefe an seinen Vater die Einzelheiten der Begebenheit zu beschreiben,deren persönlicher Zeuge er gewesen; sein Vater aber Hess den Brief seinesSohnes in den von ihm herausgegebenen Notizen desselben abdrucken. Ausdem Briefe ist zu ersehen, dass er dicht neben dem Könige sich befand, alsdessen Pferd stürzte und der König schwer verwundet auf die Erde glitt; dasser (Leubelfing) von seinem Pferde gesprungen und dasselbe dem Könige ange-boten habe, dass aber zur nämlichen Zeit, als er dem Könige auf das Pferd ge-holfen, feindliche Kürassiere auf sie herangesprengt seien, den König getödtetund ihn (Leubelfing) bis auf den Tod verwundet, als todt liegen gelassen hättenund dass er ohne Besinnung einige Stunden neben dem Leichnam des Königsgelegen, bis man ihn (Leubelfing) aufgehoben und zum Verbände nach Naum-burg gebracht habe« (d. h. damals, als endlich die Schweden den LeichnamGustav Adolph's in der Nacht aufgefunden). Diese Angaben zweier Zeugen,die sich bei Gustav Adolph und seinem Tode befanden, beides Protestantenund dem Könige treu ergeben, verdienen Glauben und Beachtung und dienenals Bekräftigung der Berichte Oxenstjerna's uud Wallenstein's.
Augenscheinlich sind die bis jetzt aufgeführten Zeugnisse hinreichend,wenn auch nicht zur Ueberzeugung, so doch wenigstens zur Aufklärung derThatsache, dass Gustav Adolph gegen 1 Uhr Nachmittags beim zweiten Angriffdes Centrums der feindlichen Armee, jenseits der Landstrasse (wo namentlich,ist weiter unten erklärt) getödtet worden, und zwar durch die kämpfendenTruppen, und nicht auf dem Wege vom Centrum zur linken Flanke hin durchdie Hand eines Verräthers oder gedungenen Meuchelmörders, noch vom Herzogevon Sachsen-Lauenburg, welch letzterer Verdacht sich lange fortgeerbt hatund vielleicht hier und da noch jetzt besteht. Francheville geht diese Ver-