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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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I. Gustav IL Adolph, König von Schweden. (Sein Tod.) iß]

feindliche Reiterei alsbald den Angriff abgeschlagen und jener Officier, seinLeben verzweiflungsvoll vertheidigend, an derselben Stelle fiel, wo er denKönig von Schweden getödtet hatte. Diese Worte, die Khevenhiller in seinen»Annales Ferdinandei« anfuhrt, können, wie es scheint, wohl nicht bezweifeltund unbeachtet gelassen werden, und bestätigen, dass Gustav Adolph bei demzweiten Angriffe des Centrums gefallen, weil das fiorentinische Kürassierregimentzur Reiterei der linken Flanke des rechten Flügels der kaiserlichen Armee ge-hörte und neben den Infanteriequarres aufgestellt war und namentlich dieseReiterei die Schweden über die Landstrasse zurückgeworfen hat.

Francheville (La mort de Gustave-Adolphe etc.) macht noch folgendebemerkenswerthe und interessante Angaben:

1) Johann Salvius, schwedischer Resident in Hamburg, späterhin unterder Königin Christina Kanzler von Schweden. In seinem Schreiben an denschwedischen Senat vom 25. November 1632 (19 Tage nach der Schlacht unddem Tode Gustav Adolph's) aus Hamburg, überliefert Salvius dasjenige, wasihm schriftlich aus dem Hauptquartiere der schwedischen Armee vom Secretärder höchsteigenen Kanzelei des Königs, Grubbe, mitgetheilt worden, welcher,wenn auch nicht persönlich beim Könige in der Schlacht, sich doch zu derZeit bei der Armee befand und genau nur das wiederholte, was alle in derArmee einstimmig damals sagten, unter anderm, »dass gegen 1 Uhr Nach-mittags ungeachtet des dichten Nebels der König sich an die Spitze des Regi-mentes Stenbock (d. i. das smäländische) stellte und indem er mit ihm zumAngriffe vorging, am linken Arme mit Zerschmetterung des Knochens ver-wundet wurde, so dass die Knochen den Aermel durchrissen und zum Vorscheinkamen; dass bald darauf der König durch einen Pistolenschuss in den Rückengetroffen wurde, wobei die Kugel bis zur Brust hindurchdrang, und obgleich demVerscheiden nahe, er doch noch lebte und sich bemühte aus dem Handge-menge herauszukommen; aber von den Wunden bei den Bewegungen desPferdes entkräftet, verlor er die Besinnung und sank vom Pferde mitten unterdie-Feinde« (dasselbe sagt auch Khevenhiller). Weiterhin fügt Salvius nachGrubbe's Worten hinzu, dass »irgendjemand von den Feinden an den liegendenschwedischen König herangetreten und ihn gefragt habe, wer er sei, und nach-dem er die Antwort vernommen : ,Ich bin der König von Schweden', ihn habeaus dem Handgemenge bringen und gefangen nehmen wollen, wahrscheinlichin der Hoffnung, für ihn eine splendide Belohnung oder reiches Lösegeld zubekommen; als er aber die zur Befreiung heransprengende schwedischeReiterei bemerkt, habe er dem König durch einen Pistolenschuss den Kopf zer-schmettert und sei fortgelaufen, der Leichnam des Königs sei sofort bis aufsHemd geplündert gewesen.«

2) Kanzler, der Verfasser der Schrift »Me'moires pour servir ä l'histoiredes affaires de Suede«, der acht Jahre in Schweden gelebt und die schwedischenSchriftsteller zur Richtschnur genommen hat. Er spricht über Gustav Adolph's

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. III, I. 1 l