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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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160 Beilagen.

beiden noch übrigen Quartes Wallenstein's in Verwirrung geriethen, geworfenund zerstreut wurden. Unterdessen machte die kaiserliche Keiterei des linkenFlügels, die sich gesammelt und geordnet hatte, nach einander drei verzweifelteAngriffe und wurde erst nach dem dritten in die Flucht geschlagen. Zu der-selben Zeit ward auch der rechte Flügel der Kaiserlichen von den Schwedengleichzeitig in Fronte und beiden Flanken energisch angegriffen und ge-zwungen, auf eine Linie mit dem Centrum und dem linken Flügel, d. h. bereitsungefähr (1 Werst) 1500 Schritt von der Landstrasse zurückzuweichen, unddie Niederlage der kaiserlichen Armee und der Sieg der schwedischen Waffenwaren schon fast entschieden, als Pappenheim mit seiner Reiterei erschien, dieSchlacht wieder herstellte, aber tödtlich verwundet wurde — bis schliesslichbereits in der Abenddämmerung die Schweden vollständig siegten (wie oben in§. IG gezeigt worden ist).

Wenden wir uns jetzt zu den wichtigsten und beachtenswerthesten Angabenüber die näheren Umstände des Todes Gustav Adolph's. Hier müssen in ersterReihe die officiellen Berichte Oxenstjerna's an den schwedischen Senat undWallenstein's an den Kaiser genannt werden.

Im ersten Bericht, vom 14. November 1632 (8 Tage nach der Schlachtund dem Tode dos Königs) sagt Oxenstjerna unter anderm, dass »er schon langeein solches Unglück vorausgesehen und den König oft gebeten habe, sich derGefahr nicht in solchem Grade auszusetzen, aber Gott habe ihn mit einer solchenTapferkeit beschenkt, die er nicht übermannen konnte und die ihn die grösstenGefahren verachten Hess; uns kommt es folglich zu, über den Tod des Königsnur zu seinem Ruhme zu sprechen,« d. h. dass er im Kampfe durch feindlicheTruppen und nicht von der Hand eines Verräthers oder gedungenen Meuchel-mörders gefallen. Diese Worte des weisen, rechtschaffenen und treuen FreundesGustav Adolph's haben grosse Bedeutung.

Im zweiten d. i. im Berichte Wallenstein's an den Kaiser, gleich oder baldnach der Schlacht, ist gesagt, »dass der König von Schweden zu der Zeit ge-tödtet wurde, als er seine' Truppen sammelte und ordnete« (d. h. nach demersten Angriffe), dabei ist aber eine sehr interessante und wichtige Thatsacheangeführt: »Ein Corporal,« sagt Wallenstein, »der bemerkte, dass Jemandemin den Reihen der Schweden äussere Zeichen besonderer Ehrerbietung erwiesenund ihm Platz gemacht wurde, drückte einem Musketier die Hand und sagte zuihm ,Schiess diesen da herunter, das ist eine wichtige Person'. Der Musketierschoss los und zerschmetterte den Arm desjenigen, auf den er gezielt.« Wallen-steiu berichtet weiter, dass dann eine Escadron (oder Reitercompagnie) einenAngriff machte und ein Officier derselben, der sich durch den Glanz seinesKürasses auszeichnete, und der, wie Wallenstein annahm, der Obristlieutenantdes florentinischen (oder toscanischen) Kürassierregiments Falkenberg gewesen,durch einen Pistolenschuss den König von Schweden vom Pferde geschossen,der König sofort seiner Waffen und Kleidung beraubt worden und dass die