152 Beilagen.
Dresden gehen, um den Kurfürsten von Sachsen zum Anscbluss an den Kaiserzu zwingen; als er indess erfuhr, dass der Kurfürst bei Torgau mit 18,000 Mannstand, marsehirte er in dieser Richtung nach Eilenburg.
Den 29. October marsehirte Gustav Adolph, nachdem er einen Theil seinerTruppen an die Donau, an den Rhein und nach Schwaben abgesandt hatte,mit den übrigen nach Erfurt, — Wallenstein aber kam in Eilenburg an.
Am 30. October trennte sich Gustav Adolph in Erfurt von seiner könig-lichen Gemahlin, wobei er tief ergriffen war, was die Historiker und seine Bio-graphen dem heimlichen Vorgefühle seines Todes zuschreiben; darauf mar-sehirte er nach Naumburg und nahm gegen Abend den sehr wichtigen Engpassbei Kosen und die Brücke über die Saale ein. Nachdem aber Wallenstein inEilenburg die Ankunft Gustav Adolph's in Erfurt erfahren hatte, kehrte er nachLeipzig zurück, ging durch die Stadt durch und bezog, nachdem er sich mitPiippenüeim vereinigt, ein Lager bei Weissenfeis, eroberte das dortige Schlossund entsandte einen Truppentheil nach Naumburg, um den Engpass vou Kosenzu besetzen; allein derselbe war schon in den Händen der Schweden.
Den 31; October ging die schwedische Armee über die Saale, die Infanterieüber die Brücke bei Köseu, die Reiterei aber ritt durch den Fluss beim DorfeAltenburg, ] / 2 Meile von Naumburg entfernt. In eiuer Stärke von mehr als20,000 Mann bezog das Heer bei dieser Stadt ein Lager, welches Gustav Adolphsofort durch einige Befestigungen zu verstärken befahl. Wallenstein seinerseitsblieb bei Weissenfeis, unentschlossen, was er unternehmen sollte.
Den 1., 2. uud 3. November blieb Gustav Adolph bei Naumburg, Wallen-stein aber bei Weissenfeis, wo er einen Kriegsrath hielt, und entsandte in Folgeeines unbegreiflichen und völlig unzweckmässigen Beschlusses desselben, am3. November Pappenheim mit 8—10,000 Mann (nach Anderen mit 12,000 Mann)Truppen nach Halle and von dort gegen den schwedischen General Baudissinnach Westphalen, während er selbst mit der Hauptmacht am andern Tage inder Richtung auf Merseburg sich zurückzuziehen und seine Armee in enge Quar-tiere zu legen beschloss. Weshalb aber Gustav Adolph drei Tage bei Naumburgverweilte, ist mit Bestimmtheit nicht zu sagen. Zuerst hatte er die Absicht überPegau nach Grimma zu gehen, um sich dort mit der Armee des Kurfürsten vonSachsen zu vereinigen, an welchen er auch darüber schrieb ; als er indess er-fuhr, das zwischen jenem bei Torgau und der schwedischen Armee bei Naum-burg Wallenstein in der Nähe von Eilenburg stünde, gab er sein Vorhaben aufund wartete wahrscheinlich ab, was Wallenstein unternehmen würde, zu welchemZweck er, wie es scheint, sein Lager bei Naumburg für jeden Fall befestigte.Am Morgen des 4. November Hess Wallensteiu den Grafen C'olloredo im Schlossvon Weissenfeis mit einem Regimente und mit dem Befehle zurück, im Falleeines Angriffs seitens der Schweden ein Signal durch Abfeuern dreier Kanonenzu geben, und marsehirte mit seiner Hauptmacht in der Richtung nach Merse-burg zu, legte seine Truppen in enge Quartiere zwischen der Saale und dem