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desselben Jahres (1628) war Wallenstein, auf Befehl des Kaisers, gezwungendie Blokade von Stralsund aufzuheben, die ihm einen Verlust von mehr als12,000 Mann Truppen zugezogen hatte, in Folge der hartnäckigen tapferenVertheidigung der schwedischen Besatzung unter Leslie's Commando, welchedie dänische Garnison auf Bitten der Einwohner Stralsunds und mit Genehmi-gung Gustav Adolph's und Christian's IV. abgelöst hatte. Auf diese Weisesetzten die Umstände selbst Gustav Adolph in den Besitz eines für ihn äusserstwichtigen Punktes an den deutschen Küsten der Ostsee, und er traf entschiedeneMassregeln denselben in seiner Gewalt zu behalten, indem er mit der Stadtein gegenseitiges Schutz- und Trutzbündniss auf eine Zeit von nicht weniger als20 Jahren abschloss.
Als darauf Gustav Adolph durch den Austritt der Weichsel aus ihrenUfern gezwungen war die Blokade Danzigs aufzuheben, wollte er Besatzungenan den Hauptpunkten des polnischen Preussens belassen und die Hauptkriegs-operationen nach Litthauen verlegen. Aber die Polen und die politischen Um-stände hinderten ihn daran. Brandenburg begann im Verein mit den nieder-ländischen Generalstaaten Unterhandlungen zur Herstellung des Friedens inDeutschland, unter andern wahrscheinlich auch deshalb, um die schwedischenTruppen aus Preussen zu entfernen. Der Kaiser hingegen wünschte die Fort-setzung des Krieges im Norden, versah aber Sigismund nicht hinlänglich mitGeld, wie es scheint aus dem Grunde, weil er den Kriegsoperationen GustavAdolph's und der Schweden geringe Bedeutung beilegte, ganz ebenso wieWallenstein, der sich damals sehr geringschätzig über den Schneekönig, d. h.Gustav Adolph, ausliess und prahlend sagte, er würde leicht und baldigst mitihm kurzen Process machen und ihn verjagen. Sigismund aber war voll Kriegs-eifer und er hätte noch lange Gustav Adolph beschäftigen, somit alle seineUnternehmungen zu nichte machen können, wenn der Kaiser ihn (Sigismund)mit Geld thätiger unterstützt hätte, denn seine eigenen Mittel versiegten mehrund mehr. Alle diese politischen Umstände hatten grossen Einfluss auf dieKriegsoperationen in Polen und daher ist es nöthig, sie nicht aus dem Augezu verlieren. Nach Aufhebung der Blokade Danzigs bekam Gustav AdolphVerstärkung für seine Armee (2000 Mann Beiterei und eine grosse AnzahlFussvolk), die ihm aus Deutschland vom Kheingrafen Otto Ludwig zugeführtwurde, aber er vermochte die polnische Armee nicht zu zwingen, es auf einegrosse Schlacht ankommen zu lassen. Koniezpolski beschränkte sich auf denkleinen Krieg und beide Armeen führten denselben mit gleichem Erfolge. DieSchweden nahmen Neuenburg, Strassburg und Schwetz, und der schwedischeOberst Baudissen machte einen kühnen und gelungenen Streifzug bis vor War-schau, sowie Wrangel eine gleiche Expedition aus Elbing behufs Fouragierung.Die Polen aber ihrerseits erzielten einzelne Erfolge in Gefechten und machtensogar ein Mal einen unerwarteten Ueberfall auf die schwedische Armee. Aberalle diese Operationen von beiden Seiten hatten keine entscheidende Bedeutung