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und durch Nichts zu entschuldigenden Unthätigkeit verharrten, wenngleich Sigis-mund nicht voraussetzen konnte, dass die Schweden angesichts seiner Armeedie Stadt Danzig, die doch für ihn so wichtig war, wegnehmen würden. WennKoniezpolski anstatt seiner Saumseligkeit auf die entschiedenste Weise vorge-gangen wäre, so würde er leicht gleichzeitig mit der Besatzung Danzigs dieschwedische Armee zwischen zwei Feuer genommen, derselben eine entschei-dende Niederlage beigebracht und sie zu einem für sie äusserst gefährlichenRückzuge gezwungen haben. Koniezpolski aber that von alledem Nichts, son-dern verblieb bis zum Schlüsse des Jahres in gänzlicher Unthätigkeit, wie manannimmt nicht aus Mangel an Muth und Tapferkeit, sondern aus Sorglosigkeit,Fahrlässigkeit und Unfähigkeit.
Im Frühjahre 1628 segelte Gustav Adolph aus Schweden mit 30 Kriegs-schiffen ab und landete wahrscheinlich in der Nähe von Putzig, nachdem er anden Mündungen der Weichsel sieben Danziger Schiffe angegriffen und vonihnen vier genommen und eins in den Grund gebohrt hatte, während die übrigenzwei stark beschädigt sich unter den Schutz von Weichselmünde retteten. DieAnwesenheit der schwedischen Flotte hinderte jedoch viele polnische Schiffenicht, sich zwischen derselben durchzuschleichen und Danzig mit Lebensmittelnzu versorgen. Unterdessen stand die schwedische Armee unterhalb Dirschau inihrem vorjährigen Lager versammelt. Dort angekommen, ging Gustav Adolphmit 7000 Mann auserlesener Truppen, für den Feind ganz unerwartet, übereine schnell hergestellte Brücke auf den kleinen Werder über und nahm den-selben, in der nächsten Nähe von Danzig, ein. Bei dieser Gelegenheit, sowieauch später noch in diesem Feldzuge, wandte er die leichten ledernen Kanonenan, die zum ersten Male von ihm im Jahre 1627 unter den Mauern Wormditt'sgebraucht worden waren und vom Obristen Wurmbrand, einem aus dem kaiser-lichen Dienste in die schwedische Armee übergetretenen Officier, erfunden seinsollen.
Zu dieser Zeit nahm sich Koniezpolski vor, die Hauptmacht der Schwedennicht anzugreifen, sondern nur eine Diversion zu machen. Er ging angriffsweisevor und nahm Meve, dann Putzig und ÜDg an sich mehr und mehr Danzig zu nä-hern, um es zu entsetzen. Gustav Adolph entsandte den ObristenTott mit einemBeiterdetachement zur Beobachtung und Recognoscirung. Tott fiel beim DorfeGrebin in einen Hinterhalt, von dreifach überlegenen polnischen Streitkräftenumzingelt; er schlug sich aber mit verzweifelter Tapferkeit durch, machte sogarnoch einige Gefangene und erbeutete vier Standarten. Koniezpolski zögerte,anstatt eiligst anzugreifen, Gustav Adolph hingegen beliess einen Theil seinerTruppen vor Danzig, wandte sich mit allen übrigen, ohne im Mindesten zusäumen, gegen die polnische Armee, griff dieselbe :in der Nähe von Danzig, derKampfplatz ist unbekannt! ganz unerwartet an, brachte dem Feinde einen Ver-lust von 3000 Mann bei und erbeutete 14 Standarten und 4 Kanonen. Koniez-polski ward schwer verwundet und seine Armee floh die Weichsel aufwärts.