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linken Armen der Weichsel, von welchen der rechte in das frische Haff, derlinke unter Danzigs Mauern bei Weichselmünde sich ins Meer ergiesst. Bei Re-cognoscirung dieser Schanze zu Boot wurde Gustav Adolph von derselben ausdurch eine Kugel am Oberschenkel verwundet, jedoch ohne dass der Knochenzerplitterte. Diese Wunde, wenngleich ungefährlich, hatte cloch einen zeit-weiligen Stillstand der Operationen zur Folge, was von den Polen zur Concentri-rung ihrer Truppen benutzt wurde. Schon am Morgen desselben Tages, den11. August 1627, war Gustav Adolph bei einem Recognoscirungsritt der Ge-fangennahme durch zwei plötzlich an ihn heransprengende polnische Keiterkaum entgangen, und einige Wochen vorher wäre er fast in einem Reiter-gefechte von einem polnischen Reiter niedergesäbelt worden. Alles dies bewogAxel Oxenstjerna, der sich naher freundschaftlicher Beziehungen zu GustavAdolph erfreute, ihn aufs Inständigste zu bitten, nicht so oft sein für Schwedenund für das schwedische Volk so theures Leben augenscheinlichen Gefahrenauszusetzen wie ein gewöhnlicher Soldat. Gustav Adolph, der ihn mit Milde undGüte angehört hatte, führte ihm als Antwort das Beispiel Alexander's des Grossenam Granikus und Cäsar's, der niemals verwundet worden, an, indem er hinzu-fügte, dass, wenn er (Gustav Adolph) nichts fürchten werde, auch die Soldaten»vergessen würden, dass es eine Gefahr giebt«, — und damit war die Unter-redung zu Ende, und Gustav Adolph fuhr wie früher fort, jeder Gefahr kühnzu trotzen.
Unterdessen war Koniezpolski mit seiner Armee der schwedischen bis aufzwei Meilen nahegerückt und unternahm am 18. August eine grosse Recogno-scirung. Gustav Adolph griff mit einigen Reitercompagnien persönlich diepolnische Reiterei an und zwang sie, durch das mit Infanterie und Artilleriebesetzte Dorf Rokitken, das von Hügeln und Schluchten umgeben war, zurück-zureiten. Nachdem er der Artillerie dieses Dorf zu beschiessen befohlen, rittGustav Adolph einen Hügel in der Nähe des Dorfes hinan und kaum oben an-gelangt, eben als er durch sein Fernrohr die Stellung des Feindes zu besichtigenbegann, wurde er von Neuem durch eine Flintenkugel an der rechten Vorder-schulter in der Nähe des Halses verwundet, diesmal aber schwer und gefährlich.Dies übte einen niederschlagenden Eindruck auf die schwedischen Truppen aus,die Verfolgung des Feindes hörte auf, und beide Seiten zogen sich in ihr Lagerzurück. Die Wunde Gustav Adolph's hatte ein gefährliches Ansehen, und derLeibmedicus, der den Verband anlegte, konnte sich nicht enthalten zu äussern,dass er »immer dieses Uuglück befürchtet habe, weil seine Majestät der Königsich viel zu sehr den Gefahren aussetze«, worauf Gustav Adolph ihm ruhig mitdem lateinischen Sprichworte antwortete: »ne sutor ultra crepidam« (Schuster,bleib bei deinem Leisten). Die Kugel war sehr tief eingedrungen, so dass sienicht herausgenommen werden konnte, und Gustav Adolph war gezwungen, ganzedrei Monate lang das Zimmer zu hüten — ein äusserst unvorteilhafter Zeitver-lust, der jedoch zum Glück keine anderweitigen schlimmen Folgen nach sich zog.