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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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I. Gustav II. Adolph, König von Schweden. ] 35

ganze Artillerie, ihren Train und viele Fahnen; die Schweden aber hatten un-bedeutenden Verlust. Sapieha floh nach Litthauen, von Gustav Adolph verfolgt,welcher bei der Verfolgung Birzen und noch einen der in der Gewalt der Polenstehenden stark befestigten Punkte mit Sturm nahm.

Nach solchen entschiedenen Erfolgen versuchte es Gustav Adolph aufsNeue, Frieden zu schliessen, und schickte zu diesem Zwecke eine Gesandt-schaft nach Warschau; unter den Gesandten befanden sich auch Oxenstjerna,Hörn (ein Bruder des Generals) und Salvius (späterhin Kanzler der KöniginChristina). Die beiden letzteren aber wurden gefangen genommen und nur aufOxenstjerna's dringende Forderung frei gegeben. Nach diesem Allen war nichtmehr auf einen Friedensabschluss zu hoffen, und Gustav Adolph forderte underhob von Litthauen eine grosse Geldcontribution. Darauf kehrte GustavAdolph persönlich nach Stockholm (am Ende des Winters 1626) zurück, nach-dem er zuvor die feste Besitznahme Livlands und aller eingenommenen Punktesichergestellt hatte.

Zu der Zeit ging der Fürst Bethlen Gabor von Siebenbürgen, zugleichzum Könige von Ungarn erwählt, eine Ehe mit der Prinzessin Katharina vonBrandenburg, einer Schwester der Gemahlin Gustav Adolph's, ein ein sehrgünstiger Umstand für die Aussichten und Hoffnungen des Letztern, die aberin Folge des im Jahre 1629 erfolgten Todes Bethlen Gabor's nicht in Erfüllunggingen.

Im Frühjahre 1626 segelte Gustav Adolph aus Stockholm bereits mit26,000 Mann Truppen auf einer Flotte von 150 Fahrzeugen direct nach denUfern Preussens (das heutige Ostpreussen) ab. Dort gelandet, nahm er sofortdie kleine Festung Pillau, setzte über das frische Haff und rückte in dasBisthumErmeland ein. Da nun der Kurfürst von Brandenburg, seinen damaligen Ver-hältnissen zu Poleu gemäss, auf Neutralität nicht einging, Gustav Adolph abernöthig hatte, in Preussen festen Fuss zu fassen, so bewog er die preussi-schen Landstände endlich zur Neutralität. Darauf ergaben sich den Schwedenbei ihrem Vorrücken die Städte Braunsberg und Frauenburg, und Gustav Adolphvertrieb aus ihnen, wie früher aus allen andern Städten, die Jesuiten. Sodannergab sich auch Elbing, das sich zuerst vertheidigen wollte, sowie Marienburgund alle Städte Westpreussens, ausser Dirschau, das eine genügende Besatzunghatte, undDanzig, das sein früheres Versprechen nicht hielt und die Neutralitätzurückwies. In Folge dessen unternahm Gustav Adolph persönlich eine Reco-gnoscirungDanzigs und der kleinen Festung Weichselmünde, wobei er inGrebin282 Mann Stadtsoldaten zu Gefangenen machte. Darauf bezog seine Armeeein Lager an den Mündungen der Weichsel, in dem sogenannten Werder, undbegann dort die in den eroberten Ländern und in Deutschland angeworbenenTruppen an sich zu ziehen. Dann ging er bei Lissau vermittelst einer auf Bötenhergerichteten Brücke über die Weichsel, erstürmte Dirschau und Meve undwollte Danzig einnehmen, um sich in dieser Stadt einen festen Stützpunkt in