I. Gustav II. Adolph, König von Schweden. 131
nach welchem Russland an Schweden eine Geldcontribution zahlte und einenTheil des Nowgoroder Gebietes abtrat.
Nachdem Gustav Adolph sich auf solche Weise von dem Kriege mit Däne-mark und Russland frei gemacht hatte, wurde er 1617 feierlich gekrönt underhielt bei dieser Gelegenheit neue, durchaus aufrichtige Beweise von der Liebe,Achtung und dem Vertrauen der Reichsbeamten und des ganzen schwedischenVolkes. Nun wandte er alle Mittel zu einer Aussöhnung mit Sigismund an,liess jedoch dabei die Verstärkung des Heeres und der Flotte nicht ausser Acht,um im Falle der Erneuerung des Krieges gegen Polen gerüstet zu sein. Aberalle seine uneigennützigen Versuche zur Versöhnung mit Sigismund waren derBosheit und dem Hasse dieses Fanatikers, dieses blinden Werkzeuges der Jesuiten,gegenüber vergeblich. Bald darauf veranlasste ein Umstand Sigismund. umeine Verlängerung des Waffenstillstandes mit Schweden nachzusuchen: derFürst von Siebenbürgen, Bethlen Gabor, erzürnt darüber, dass Sigismund demKaiser Matthias, mit dem er (Bethlen Gabor) Krieg führte, polnische Hülfs-truppen geschickt hatte, fiel mit 40,000 Mann in den Theil der Moldau ein,der damals zu Polen gehörte (jetzt Bessarabien). Der Waffenstillstand zwischenSchweden und Polen wurde auf weitere zwei Jahre verlängert und zwar durchVermittelung Christian's IV. , bei welcher Gelegenheit Gustav Adolph die freund-schaftlichen Beziehungen zu Dänemark noch mehr befestigte und sich von dieserSeite im Falle eines Wiederausbruches des Krieges mit Polen (1618) dieNeutralität sicherte.
In den Jahren 1619 und 1620 unternahm Gustav Adolph eine Reise durchdas westliche Europa und vermählte sich mit der Schwester des Kurfürsten vonBrandenburg (aus dieser Ehe stammt die 1626 geborene Christina, die in derFolge so bekannt gewordene schwedische Königin). Aber alles dieses unter-brach nicht im Geringsten seine stete Fürsorge um die innern und äussernAngelegenheiten Schwedens und seine Absicht in Bezug auf Sigismund undPolen.
Im Jahre 1621 endete der Waffenstillstand mit Polen und Gustav Adolphwandte abermals Alles an, um denselben zu verlängern oder einen Friedens-abschluss herbeizuführen. Seine Bemühungen waren aber vergebens, und derKrieg gegen Polen, auf den Schweden übrigens vollkommen vorbereitet war,begann aufs Neue, mit völliger Billigung und Opferwilligkeit seitens derReichsstände und des schwedischen Volkes.
Das Ziel dieses ersten Feldzuges Gustav Adolph's war die EroberungLivlands, auf dessen Besitz Schweden von der Zeit des Schwedenkönigs Erich,eines Sohnes Gustav Wasa's, her Anspruch hatte, und aus welchem Grundees öftere Kriege mit Polen geführt hatte. 24,000 Mann schwedischer Truppen,grösstentheils Fussvolk, erschienen mit einer Flotte in der Mündung der Düna,landeten, nahmen die Schanzen von Dünamünde mit Sturm und belagertenRiga. Die Belagerung war keine leichte, weil die Festung sich in gutem Zu-
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