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haber der schwedischen Truppen in den eroberten russischen Provinzen, legtegegen diese Wahl Protest ein, und Gustav Adolph schickte seinen Bruder KarlPhilipp mit einem Heerestheile nach Wiborg in Finnland, und so begann 1614der Krieg zwischen Schweden und Russland; mit Polen schloss Gustav Adolpheinen Waffenstillstand auf zwei Jahre.
' Im Jahre 1615 marschirte Gustav Adolph selbst mit einem Heere ausFinnland nach Ingermanland (das jetzige Gouvernement Petersburg) , nahmAngden mit Sturm, eroberte die ganze Provinz, belagerte das stark befestigtePleskow und bot Russland, durch die Yermittelung Englands, den Frieden an;aber sein Vorschlag wurde zurückgewiesen, undPleskow ergab siel.. Auf diesemFeldzuge leistete der kriegserfahrene Jacob de la Gardie durch Rath und ThatGustav Adolph, wie er es selbst bekennt, grosse Dienste und war dessen erster,praktischer Lehrmeister in der Kriegführungskunst. Gustav Adolph aber be-nutzte nicht nur aufs Beste dessen Lehren und Anleitungen, sondern legte auchseinerseits grade um diese Zeit den ersten festen Grund zur ausgezeichnetenDisciplin in der schwedischen Armee. Daher verdienen die Erzählungen unserer(d. h. der russischen) Chronikenschreiber jener Zeit von Gewaltthätigkeiten,Plünderungen und dergl. seitens des schwedischen Heeres keinen Glauben. Dieschwedischen Truppen Gustav Adolph's standen in jener Zeit in dieser Be-ziehung unstreitig höher als .unsere ungeordnete Landwehr, angeführt vonstolzen aber ungebildeten Magnaten, die nicht den geringsten Begriff von Dis-ciplin hatten und sich jede Art Ausschreitung erlaubten.
Der Ruhm Gustav Adolph's verbreitete sich inzwischen über ganz Europa,und aus Deutschland besonders begann man mehr und mehr sich mit Bittenaller Art an ihn zu wenden: die Gelehrten baten, seine Geschichtschreiber seinzu dürfen, die Theologen um seine Vermittelung in den Religionsstreitigkeitenzwischen den Lutheranern und Calvinisten , der Landgraf Moritz von Hessen-Kassel um seinen (Gustav Adolph's) Beitritt zum religiös - politischen Ver-theidigungsbunde der Protestanten in Deutschland etc. Gustav Adolph aberlehnte bescheiden alle diese Bitten ab und widmete sich ganz seiner damaligenpolitischen und kriegerischen Thätigkeit. Er ordnete sehr einsichtsvoll seineBeziehungen zu Dänemark, Polen und Russland. Durch eine Gesandtschaft anChristian IV. stellte er sich nach dieser Seite hin sieher; gegen die RänkeSigismund's, seines persönlichen Feindes und des von Schweden, ergriff er allenöthigen Massregeln, und gegen Russland, mit dem die Friedensunterhandlungenbegannen und bald ein Waffenstillstand geschlossen wurde, traf er gleichfallsalle Anstalten, entweder zur Beschleunigung eines günstigen Friedens oder Wie-deraufnahme der Kriegsthätigkeit. Zu diesem Zwecke erschien er 1616 in Finn-land und verbrachte dort fast das ganze Jahr mit der Sorge für das Wohl dieserLandschaft und die Erleichterung der schweren Kriegsabgaben, welche Finn-land im Kriege mit Russland tragen musste etc. Im Jahre 1617 kam aus denFriedensverhandlungen endlich der Friedenssehluss von Stolbowa zu Stande,