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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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6. Dritte Periode des dreissigjährigen Krieges (16351648). \\1

schirte. Nach ihrer Vereinigung beschlossen sie mit vereinten Kräftennach Baiern zu gehen, um den Kurfürsten von Baiern. dem der Krieglästig fiel und der im Bunde mit dem Kaiser wankte, von diesem BundeJoszureissen. Schnell marschirten Turenne und Wiangel vom Main zurDonau, überschritten letzteren Strom und den Lech, rückten in Baiernein und belagerten Augsburg. Jedoch das Anrücken einer ihnen über-legenen Heeresmacht kaiserlicher und bairischer Truppen unter ErzherzogLeopold nöthigte sie zum Rückzüge hinter die Donau; die vereinigtekaiserlich-bairische Armee aber stellte sich mit der Fronte zur Donau,mit dem rechten Flügel zum Lech und mit dem Rücken nach Tirol hinauf und verproviantirte sich aus Baiem. Durch eine Operation auf dieCommunicationen Turenne's mit dem Rhein konnte sie Letzteren leichtzwingen, sich !zu diesem Flusse hin zurückzuziehen, aber sie that es nicht.Turenne und Wrangel hingegen schnitten ihr durch die Entsendungeiner Heeresabtheilung den Lech aufwärts und einer anderen nach Lands-berg hin die Communicationen mit Baiern ab. Obgleich ihr es noch ge-lang, den Uebergang über den Lech zu erzwingen, so war es trotzdemzu spät: der Kurfürst von Baiern hatte sich schon vom Bunde mit demKaiser losgesagt, aber nur unter der Bedingung, dass die französischenund schwedischen Truppen Baiern räumten. In Folge dessen bezogTurenne Winterquartiere in Würtemberg, Wrangel aber in Schwabenzwischen der Donau und dem Bodensee. Auf diese Weise sah sichder Kaiser im Jahre 1647 ohne alle Verbündete, und Frankreich, seinerPolitik beständig getreu, rief die Armee Turenne's wieder aus Deutsch-land in die Niederlande zurück, um di,e Uebermacht der Schweden undProtestanten zu verhindern und den Kaiser vor einem entscheidendenSchlage seitens derselben zu schützen. Nun befand sich Wrangel, dergegen die überlegenen Streitkräfte des Kaisers mit seinen schwedischenTruppen allein zurückgeblieben war, in einer um so gefährlicheren Lage,weil der Kurfürst von Baiern bald darnach aufs Neue- vom Kaiser inein Bündniss mit ihm hineingezogen wurde. Auf seinem Marsche ausSchwaben nach den Grenzen Böhmens war Wrangel nicht im Stande,sich gegen die vereinten Streitkräfte des Kaisers und des Kurfürsten vonBaiern zu halten; er zog sich zur Weser zurück, wurde umzingelt undwäre beinahe mit seiner ganzenArmee gefangen genommen worden. AberFrankreich war es bereits gelungen, Baiern auf seine Seite zu bringenund zu gleicher Politik mit Frankreich zu bewegen. In Folge dessengaben die Baiern den Schweden die Möglichkeit, sich unbehindert zurück-zuziehen. Die schwedische Armee war gerettet und bezog Quartiere imHerzogthum Lüneburg, die kaiserlich-bairische Armee aber in Hessen-Kassel, unter Plünderung und Verwüstung des Landes.

Da nun das Uebergewicht sich von Neuem auf die Seite des Kaisers