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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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116 I- Dreissigj ähriger Krieg.

sich schliesslich ihm nach, zu den Grenzen Dänemarks hin. Fast einJahr lang dauerten die Kriegsoperationen in den dänischen Besitzungen,bis Dänemark Friedensunterhandlungen eröffnete, der grösste Theil derkaiserlichen Truppen aber nach Ungarn gegen Kakoczi, den Fürsten vonSiebenbürgen, gesandt wurde. Nun marschirte Torstenson (im JahreJ644) sofort die Elbe aufwärts, kam den kaiserlichen Truppen an derSaale zuvor, stellte sich in ihrem Eücken hinter diesen Fluss auf, schnittsie von Böhmen und Schlesien ab und schlug bei Jüterbogk die kaiserlicheReiterei, die vorausgesandt war, um die Communication mit Schlesienund die Wege zum Rückzüge offen zu erhalten. Die Folge davon war,dass ein grosser Theil der kaiserlichen Armee gezwungen wurde, dieWaffen zu strecken. Nachdem Torstenson den Winter in Sachsen zuge-bracht, marschirte er im Frühjahre 1645 nach Böhmen, schlug bei Janko-witz die ihm an Zahl überlegenen kaiserlichen Truppen unter Hatzfeld,rückte nach Mähren vor, vereinigte sich mit den Truppen Rakoczi's undbelagerteBrünn, während er von dort Detachements nach Wien entsandte.Zum zweiten Male drohte dem Kaiser und seiner Residenz grosse Gefahr,aber der Friede, der vom Kaiser mit Rakoczi geschlossen wurde, dieschwachen Streitkräfte Torstenson's, Mangel an Proviant und Fourageund andere dem ähnliche Ursachen zwangen ihn von Neuem, sich nachSachsen zurückzuziehen, wo er krankheitshalber das Commando überdie Truppen an Wrangel übergab.

Somit war Torstenson vier Mal kühn und entschlossen in die Erb-lande des Kaisers eingedrungen, aber da er sich nirgends im besetztenLande festsetzte, da er den überlegenen kaiserlichen Streitkräften gegen-über nur sehr schwache besass, Mangel an Proviant und an Mitteln zurKriegführung litt, so musste er wie Bauer sich jedes Mal nach Sachsenoder Brandenburg zurückziehen, ohne irgendwelche festen Resultate er-reicht zu haben. Trotzdem haben seine gleichzeitig mit den OperationenConde's in Schwaben vollführten Einfälle den Kaiser stark beunruhigtund dadurch einen wohlthätigen Einfluss auf die Friedensunterhandlungenin Münster und Osnabrück ausgeübt. Eine nützliche Folge der Opera-tionen Torstenson's war auch der Abschluss eines Waffenstillstandeszwischen den Schweden und dem Kurfürsten von Sachsen, welcher sichvon dieser Zeit an nicht mehr am Kriege betheiligte.

§.56.Sehlussoperatioüen Turenne's und Wrangel's in Baiern und an der

Donau (16461648).Das Eintreffen der kaiserlichen Truppen vom Rhein in Böhmen zwangWrangel, sich zur Weser behufs Vereinigung mit den Truppen Turenne'szurückzuziehen, der dorthin zu demselben Zwecke vom Main her mar-