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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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H4 I- Dreissigj ähriger Krieg.

Regensburg in der Absicht die Reichsversammlung zu zerstreuen odereinzuschüchtern, oder den Kaiser gefangen zu nehmen. Als aber auchdieses unwichtige Ziel nicht erreicht wurde, zerstückelten sich von Neuemdie Streitkräfte und gingen nach verschiedenen Richtungen aus einander.Neun Jahre nach dem Tode Gustav Adolph's erniedrigte sich der Kriegschon soweit, dass sich ganze Armeen vereinigten, um Ueberfälle zugeringen Zwecken zu machen!

Unterdessen begannen in Hamburg schon im Jahre 1639 Verhand-lungen Über den Abschluss eines ^allgemeinen Friedens, die später un-unterbrochen und thätig zu Münster und Osnabrück in Westphalen fort-geführt wurden. Die Verheerung Deutschlands, die Entkräftung beiderkriegführenden Parteien und der allgemeine Wunsch nach Friedenmachten die Verhandlungen über den Frieden und die politischen Hand-lungen bedeutend wichtiger, als die Kriegsoperationen. Zu Anfang desJahres 1642 wurden dieFriedenspräliminariensabgeschlossen, aber beideParteien konnten sich lange noch nicht einigen, den Frieden endgültigabzuschliessen, und daher dauerte der Krieg noch sechs Jahre fort.

§. 55..

Operationen in Deutsehland, einerseits der französischen Heere unter

Guebriant's, Ranzau's, Conde's und Turenne's Führung und anderseits

der schwedischen Heere unter Torstenson's Befehl (16421645).

Nachdem Guebriant sich von Baner getrennt hatte, rückte er zusam-men mit den hessischen Truppen in das Kurfürstenthum Köln ein, erfochtbei Kempen einen entscheidenden Sieg über die vereinigten kaiserlichenund kurkölnischen Truppen, die unter dem Befehle von Hatzfeld undLamboy standen, und besetzte das Kurfürstenthum Köln fast ganz (imJahre 1642). Daraufblieb im Laufe fast des ganzen Jahres 1643 dieArmee Guebriant's in Unthätigkeit, und nur gegen Ende desselben rücktesie den Rhein aufwärts nach der oberen Donau vor, nahm Rottweil einund bezog Quartiere um Tuttlingen herum. Hier übernahm den Oberbefehlüber dieselbe der Marschall Ranzau. Doch Merey mit den bairischen undHatzfeld mit den kaiserlichen Truppen überfielen vereint ganz unerwartetdie Franzosen in ihren Quartieren. Die Sorglosigkeit und Fahrlässigkeitder letztern war die Ursache ihrer gänzlichen Niederlage und ihres Rück-zugs hinter den Rhein. Nun belagerten Mercy und Hatzfeld Freiburg imBreisgau. Zum Entsatz der Stadt überschritt im Jahre 1644 eine neuefranzösische Armee unter Conde's Befehl den Rhein, griff die Baiern inihrer festen Position bei Freiburg an und zwang sie durch Operationen aufihren Communicationen mit Baiern, sich dorthin über Schwaben zurück-zuziehen. Darauf ging Conde mit seiner Hauptmacht über den Rheinzurück, aber ein Theil der von ihm unter Turenne's Befehl bei Mergent-