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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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112 I. Dreissigjiihriger Krieg.

ILDer Krieg in Deutschland (16351648).

§.54.Die Operationen des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar undBaner's (16351641).Im Laufe von fünf Jahren nach der Schlacht hei Nördlingen wurdendie Hauptkriegsoperationen in Deutschland besonders von zwei Seitenund nach zwei Richtungen hin ausgeführt. Die schwedischen Truppenunter Baner's Befehl operirten von den Ufern des baltischen Meeres nachSachsen und Böhmen hin, die 18,000 Mann starke Armee, die vom Her-zoge Bernhard von Sachsen-Weimar im Elsass aufgebracht worden, derschwedischen Regierung Treue geschworen, jedoch auf Kosten Frank-reichs unterhalten wurde, operirte unter dem Befehle des Herzogs Bern-hard und in Verbindung mit einem Theile der französischen Truppenam Rhein, im Elsass und in Schwaben. Ausserdem wurden in Westphalenuntergeordnete und minder wichtige Operationen von verschiedenen ab-gesonderten Truppenabtheilungen, hessischen und anderen protestanti-schen und theilweis schwedischen, ausgeführt.

Unter den vier vom Herzoge Bernhard geführten Feldzügen warder bemerkenswertheste der Feldzug vom Jahre 1638. Nachdem er denRhein oberhalb Basel überschritten, eroberte der Herzog Bernhard inSchwaben viele Städte, belagerte Breisach und schlug während der Be-lagerung der Stadt einzeln die Abtheilungen der kaiserlichen Truppen,welche nach einander zum Entsatz von Breisach heranrückten. Seineübrigen Feldzüge aber bestanden aus Operationen gleichen Charaktersmit denen in den Niederlanden und Italien und beschränkten sich wiedort auf die Besitznahme einer oder mehrerer befestigter Städte oder aufanderweitige unwichtige Resultate. Im Jahre 1639 starb der HerzogBernhard, und seine Armee kam unter den unmittelbaren Befehl Frank-reichs, das schon im Jahre 1637 dem Kaiser den Krieg erklärt und siclioffen am Kriege in Deutschland betheiligt hatte.

Die Operationen Baner's (16361641) zeichnen sich durch Kühn-heit und Entschlossenheit aus. Seine schwachen Streitkräfte aber unddie unregelmässige unvorsichtige Art seiner Kriegführung waren die Ur-sache, dass er ungeachtet seiner zahlreichen Erfolge nach jeder kühnenAngriffsoperation in Sachsen, durch die gegen ihn zusammengezogenenüberlegenen Streitkräfte des Kaisers gezwungen wurde, von Neuem nachPommern sich zurückzuziehen, und so hatten seine Operationen im All-gemeinen keine wichtigen und festen Resultate. In Jahre 1636 wurdeer sogar umzingelt und jgenöthigt, seine Verbindung mit Pommern und