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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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6. Dritte Periode des dreissigjährigen Krieges (16351648). m

und imVeltlin, in Roussillon, Spanien und auf dem Meere. Auf diese Artzerstückelte Frankreich seine Streitkräfte und konnte daher nirgendsentscheidende und wichtige Erfolge erringen. Daher zog sich der Krieg24 Jahre lang hin, fast ohne jegliche Resultate, und dauerte noch fort, alsdurch den westphälischen Frieden das ganze übrige Europa paeificirtwar, und endete erst 11 Jahre nachher mit dem pyrenäischen Frieden. MitAusnahme sehr weniger einzelner Operationen bietet dieser Krieg hin-sichtlich der Kunst des Kriegfübrens im Allgemeinen wenig Bemerk ens-werthes. In den Niederlanden war er im Laufe der ganzen Zeit einFestungskrieg. Gegenstand und Zweck aller Bewegungen und Opera-tionen der beiderseitigen Armeen war fast ausschliesslich die EroberungoderVertheidigung von Festungen, mit denen damals die Niederlande be-sät waren. Die zahlreichen französischen Armeen unter Führung der bestenoder wenigstens damals für die besten geltenden Generale, erschöpftenim Verein mit den niederländischen Truppen ihre Kräfte während einesganzen Feldzuges, um sich irgend eines befestigten Punktes zu bemächti-gen, der bisweilen ziemlich unbedeutend war, aber dessen Eroberungals wichtiges Resultat angesehen wurde und den Feldzug beendete.Auch in Italien hatte der Krieg einen ebenso unnöthigen, unentschie-denen Charakter, auch dort wurde das Mittel für den Zweck angesehen,der Krieg wurde ohne bestimmten Plan geführt, und die Eroberung vonFestungen und Städten war der Hauptzweck der Operationen. Beidekriegführende Parteien erhielten fast immer das Gleichgewicht: aberschliesslich gelang es doch den Franzosen, ihr Ziel zu erreichen dieRechte der verwittweten Herzogin von Savoyen aufrecht zu erhalten und.nach Beendigung des savoyischen Erbfolgekrieges (1642), von Neuem indas Herzogthum Mailand einzurücken; vergebens war dagegen ihr Ver-such, das Königreich Neapel von der spanischen Herrschaft zu befreien.Die Operationen in Spanien selbst, in Roussillon und in der Franche-Comte waren von noch geringerer Wichtigkeit und dienten, gleich demKriege auf demMeere, nur als untergeordnetes Hülfsmittel zur SchwächungSpaniens. Von allen Operationen im Laufe dieses langjährigen Kriegessind am bemerkenswerthesten die Operationen des Herzogs Rohan imVeltlin (16351637). Zwei Jahre lang hielt er sich mit einer kleinenHeeresabtheilung in dieser Landschaft, im Mittelpunkte zwischen spa-nischen Truppen, die von Norditalien aus operirten, und den Kaiserlichen,die von Tirol aus durch das Addathal eine Communication mit jenenherzustellen suchten. Hinsichtlich der Kriegführungskunst in Gebirgensind die geschickten Operationen des Herzogs Rohan mit Recht alsmusterhaft anerkannt worden.