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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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5. Zweite Periode des dreissigj ährigen Krieges 16301634 . 105

stein's Marsch mit überlegenen Streitkräften nach Nürnberg auf die Com-nmnicationen Gustav Adolph's mit Norddeutschland, dem Main und Rhein,die ganze Sachlage und hielt die weitem Erfolge Gustav Adolph's auf.Zugleich ging auch der entschiedene Charakter seiner Operationsweisewieder in den früheren vorsichtig verteidigenden über, da es jetzt na-mentlich darauf ankam, das mit den Schweden verbündete Nürnberg unddie für sie so wichtigen Communicationen mit Norddeutschland, dem Mainund Ehein zu beschützen. Und so lange seine Streitkräfte geringer warenals die Wallenstein's, operirte er defensiv, nur den kleinen Krieg thätigführend. Als aber mit der Ankunft Oxenstjerna's die Streitkräfte aufbeiden Seiten sich fast ausglichen, ging er sofort zur Offensive über undgriff Wallenstein an. Da dies erfolglos war und er die Schwächung sowohlder eigenen als auch der feindlichen Armee sah, zog er sich zurück, nichtnach Baiern, sondern zum Main hin, um seine Communicationen mitNorddeutschland, dem Main und Rhein zu decken. Sobald nun Wallen-stein sich nach Bamberg zurückzog, Hess Gustav Adolph einen Theilseiner Heereskräfte zur Vertheidigung gegen ihn zurück und ergriff mitdem andern Theile von Neuem die Offensive und rückte nach Baiern.Doch der zweite Versuch Wallenstein's gegen seine Communicationen,durch Concentrirung überlegener Streitkräfte in Sachsen, war weit ge-fährlicher als der erste und veranlasste Gustav Adolph entschiedenerals früher zu operiren. Schnell wandte er sich nach Sachsen und griffWallenstein energisch mit schwächern Streitkräften an, aber im Kampfe,der siegreich für die Schweden endete, fand er den Tod, der die Frageunentschieden Hess, welche Wendung wohl der Krieg genommen und wieetwa Gustav Adolph nach dem Siege bei Lützen operirt haben würde,wenn er am Leben geblieben wäre'/

Somit waren die Operationen Gustav Adolph's immer regelrecht,vorsichtig, entschieden und der Sachlage angemessen. Mit Aenderungder im Kriege so unbeständigen Umstände änderte sich auch der Charakterseiner Operationen, und in denselben, wie oben gezeigt, waren vor-herrschend : 1) bis zum Uebergange über die Elbe eine Regelmässigkeitund Vorsicht, die eine Entschiedenheit, wenn es die Umstände zuliessen,nicht ausschlössen; 21 vom Uebergange über die Elbe bis zum Anfangeder Operationen bei Nürnberg eine ungewöhnliche Entschiedenheit undKühnheit, die aber die gewohnte Regelmässigkeit und Vorsicht nichtausschlössen und endlich 3) in den letzten Operationen bis zu seinemTode sind bei eben solcher Regelmässigkeit abwechselnd bald einegrössere Vorsicht, bald eine grössere Entschiedenheit sichtbar. DasRichtige in der Art seiner Kriegführung bestand darin, dass er wohl alsder erste seit den Zeiten Alexander's des Grossen, Hannibal's und JuliusCäsar's den Krieg auf Grundlage eines regelrechten, sorgfältig vorher