1 1) l I. Dreissigjiiliriger Krieg.
aber seine Communicationen mit den wichtigen Niederlagepunkten imRücken und durch das Meer mit Schweden sicherte: 3) indem er sich all-mälig durch Truppen und Bündnisse verstärkte; 4) indem er sich durchmilden Verkehr mit den Landesbewohnern Zutrauen und Ergebenheiterrang, in seinen Truppen aber die strengste militärische Disciplin auf-recht erhielt, sie mit allem Notlügen versorgte und weder Raub nochPlünderung zuliess, und 5) es verstand, geschickt einem Kampfe mitüberlegenen feindlichen Streitkräften auszuweichen, den Feind von denfür ihn wichtigsten Punkten abzulenken, gegen einen schwächern Feindmit seiner Hauptmacht auf die allergeschickteste Weise energisch zuoperiren, im Kampfe mit demselben durch die Ueberlegenheit seinerTruppen in taktischer Hinsicht und seiner persönlichen Kunstfertigkeitleicht den Sieg zu erringen, aus dem Siege Nutzen zu ziehen und durchbesondere Erfolge den Geist in seinen Truppen zu heben und ihnenSelbstvertrauen einzuflössen.
Als er sich aber in Folge dieser regelmässigen, so zu sagen, syste-matischen und äusserst vorsichtigen Operationsweise im nordöstlichenDeutschland zwischen dem Meere, der Oder und Elbe gänzlich fest-gesetzt, sich bedeutend verstärkt und von den Flanken und im Rückengesichert hatte, änderte sich durchaus der Charakter seiner Operationen.Schnell und entscheidend marschirte Gustav Adolph hinter die Elbe,gerade auf die feindliche Armee los, verstärkte sich noch mehr durchdie Niederlage derselben und, während ein Theil der schwedischenTruppen, im Bunde mit den protestantischen Truppen, auf den Flankenoperirte und die Communicationen deckte, setzte sich Gustav Adolph selbstmit der Hauptmacht der schwedischen Armee in 20 Tagen in Thüringen,am oberen Main und in Franken fest, sowie in 10 Tagen längs demganzen Main bis zum Rhein, in den folgenden 3 Monaten zu beiden Sei-ten des Mittelrheins, und auf dem Marsche vom Main nach Baiern endlichforcirte er den Uebergang über die Donau und den Lech, besiegte diekatholische Armee und besetzte fast ganz Baiern, wozu er gegen 2 i / 2Monate Zeit brauchte. Auf diese Weise nahm er in 8y 2 Monaten (vonder zweiten Hälfte des Septembers 1631 bis zum Anfange des Juni 1632^ inDeutschland eine beträchtlich grössere Landesstrecke ein, als bis zumUebergang über die Elbe im Laufe von 14 Monaten, verstärkte sich bedeu-tend durch Truppen und Bündnisse, und indem er sehr entscherdend,kühn und entschlossen operirte, hörte er doch gleichzeitig nicht auf regel-recht und vorsichtig zu verfahren, befestigte und sicherte sich in dem vonihm eingenommenen Theile Deutschlands ebenso wie früher im nörd-lichen Deutschland. Als er schliesslich auf der höchsten Stufe der Machtund des Ruhmes stand und schon Oesterreich von Westen her bedrohte,veränderte der politische Einfluss Frankreichs, besonders aber Wallen-