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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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5. Zweite Periode des dreissigjiihrigen Krieges (16301634). 101

Fusse dieser Anhöhen' dahinfliessenden Flüsschen Goldbach sich ent-falteten. Der Tag neigte sich aber zu Ende, und die Truppen, besondersdie Artillerie der Verbündeten, vermochten nicht aus den zur Positiondes Feindes führenden Engpässen herauszukommen, und der Angriffwurde deshalb auf den nächsten Tag verlegt. Den Verbündeten glücktees jedoch, in der Nacht sich noch eines Theils der Anhöhen (Hesseiberg)zu bemächtigen und somit ihren Ausgang aus den Hohlwegen zu sichern.Die Kaiserlichen ihrerseits befestigten in der Nacht die in ihrer Gewaltbefindlichen Anhöhen und führten dort Batterien auf; besonders starkverschanzten sie die Höhen von Aalbuch und sandten dorthin die bestenTruppen ihrer Armee, die spanische Infanterie. Hinter den Befesti-gungen wurde in zwei Linien die Reiterei des linken Flügels, auf demrechten Flügel aber die deutsche Infanterie und ein grosser Theil derReiterei aufgestellt. Die Zahl aller Truppen belief sich auf 17,000 MannInfanterie und 13,000 Mann Reiterei; die übrigen setzten die BelagerungNördlingens fort.

Bei Tagesanbruch des 6. Septembers rückten die Verbündeten inzwei Colonnen vor: die rechte befehligte Hörn und die linke der HerzogBernhard. Die letztere nahm ohne Mühe die Hesselberg'schen Anhöhenund die nahe gelegenen Punkte, die von der feindlichen Vorhut besetztwaren, welche sich darauf beschränkte, von den gegenüberliegenden An-höhen aus ein Artilleriefeuer zu unterhalten. Inzwischen hatte Horn'sReiterei auf Umwegen die Aalbuch'schen Hügel umgangen und griffzuerst den Feind an, wurde aber bald geworfen und musste auf ihreInfanterie zurückweichen, die es vermocht hatte, sich auf dem Gipfelder Anhöhe zu entfalten, und bereits die Verschanzungen angriff. Unterheftigem Artilleriefeuer nahmen die schwedischen Brigaden mit Sturmdie erste Lünette und einige Geschütze in derselben, geriethen aber inUnordnung und Hessen sich hinreissen die Fliehenden zu verfolgen. DieReiterei des linken feindlichen Flügels führte gegen sie einen heftigenAngriff aus und zu derselben Zeit explodirten in den Verschanzungeneinige Pulverfässer (nach anderen Nachrichten wurde unter den Ver-schanzungen eine Mine gesprengt, wodurch ca. 1000 Mann umkamen).Dies verbreitete Verwirrung und Schrecken unter den Angreifenden undim ganzen rechten Flügel der Verbündeten, so dass er die Flucht ergriff(dahin also.war es mit den schwedischen Truppen zwei Jahre nachGustav Adolph's Tode gekommen). Einen äusserst ungünstigen Einflussübte dies auf das Centrum und den linken Flügel der Verbündeten aus,sie agirten langsam, lässig und unentschlossen. Die Aalbuch'schenHöhen, die sich in der Flanke und fast hinter ihnen befanden, blieben inder Gewalt der Kaiserlichen. In dieser Lage sandte der Herzog BernhardHörn einige Regimenter zu Hülfe und zu gleicher Zeit eine starke Heeres-