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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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100 . I. Dreissigjähriger Krieg.

selbe (16. August), rückte von dort nach Nördlingen vor und cernirtediese wichtige protestantische Stadt. Der von derselben zu Hülfe ge-rufene Herzog Bernhard vereinigte sich mit Hörn, hatte aber dennochviel zu schwache Streitkräfte, um die kaiserliche Armee in ihren be-festigten Linien bei Nördlingen anzugreifen und wartete daher die Ver-einigung mit dem Rheingrafen ab. Unterdessen aber gelang es denspanischen Truppen sich mit der kaiserlichen Armee, deren Streitkräftedadurch auf ca. 3540,000 Mann anwuchsen, zu vereinigen. Nörd-lingen hatte schon einen Sturm ausgehalten und befand sich in deräussersten Lage. Da entschloss sich der Herzog Bernhard, um die Stadtzu retten, nicht länger auf die Vereinigung des Rheingrafen zu wartenund mit seinen 26,000 Mann Truppen (16,000 Mann Infanterie und 10,000Mann Reitereij die ihm an Kräften überlegene kaiserliche Armee anzu-greifen.

Die kaiserlichen Truppen belagerten Nördlingen, am FlüsschenEger, nur von der Südseite und- der Herzog Bernhard entsandte dorthinder Stadt eine Verstärkung, indem er dies dadurch erleichterte, dasser von einem Theile seiner. Truppen am rechten Ufer der Eger eineScheinbewegung ausführen Hess, was ein hitziges Reitergefecht zur Folgehatte. Dies hinderte jedoch den Erzherzog Ferdinand nicht, eine regel-mässige Belagerung Nördlingens zu beginnen und die Stadt stark zubedrängen, die sich tapfer und hartnäckig vertheidigte. Hörn rieth einevorteilhafte Position einzunehmen und den Kaiserlichen die Zufuhr anProviant und Fourage abzuschneiden; der Herzog Bernhard aber forderteeinen Angriff auf den Feind, unddergrössteTheil des Kriegsrathes stimmteihm bei. Die Armee der Verbündeten verliess am 15. September dienach Ulm führende Landstrasse und stand plötzlich zu ihrer grössten Ver-wunderung vor den kaiserlichen Truppen. Die Ebene, auf der sich Nörd-lingen befindet, ist nach Süden und Südosten hin auf eine Entfernungvon 5 Werst von einer Kette hoher Hügel eingeschlossen, welche von derrechten Seite an die Eger stossen, die Heerstrasse nach Ulm durchschnei-den und hinter den Dörfern Ober- und Unter-Reimlingen nach Schwä-lingen abbiegen. Diese Oertlichkeit namentlich hatte der Erzherzog ge-wählt, um den Verbündeten Widerstand zu leisten, da sie zu dem Zweckeviele Vortheile bot. Beim Erscheinen der Verbündeten wurden nur dienöthigen Truppen zur Belagerung der Stadt zurückgelassen, die übrigenalle aber gegen den Feind gewandt, und der Vortrab der Reiterei fielüber die aus dem Wald heraustretende schwedische Avantgarde her undwarf sie zurück. Der Herzog Bernhard, der die am Wege nach Ulmsich hinziehenden, für den Feind äusserst wichtigen Anhöhen früher alsder Letztere einzunehmen wünschte, schob dorthin eine Brigade Infan-terie nebst Artillerie vor, während seine übrigen Truppen bei dem am