■1)8 I. Dreissigjähriger Krieg.
nach Baiern vor, während General Hörn (nachdem er einen Einfall indie ohere Pfalz ausgeführt) sich nach Schwaben gewandt, die dort be-findlichen kaiserlichen Truppen in die Schweiz geworfen hatte und Con-stanz belagerte. Altringer, der die bairische Armee befehligte, Hess gegenHerzog Bernhard den General von Werth mit einer Truppenabtheilungzurück und marschirte selbst mit der Hauptmacht nach Tirol zur Ver-einigung mit 14,000 Mann spanischer Truppen und wandte sich, nach-dem er diese vollzogen, mit ca. 30,000 Mann Truppen über Schwabennach dem Elsass, in der Hoffnung dadurch Bauer von Baiern abzuziehen.Diese Unternehmung hatte aber keinen Erfolg. Hörn hob die Belagerungvon Constanz auf, und nachdem er sein Heer etwas verstärkt hatte, folgteer von der Seite den Bewegungen Altringer's im Elsass und vereinigtesich mit den von dort sich zurückziehenden Truppen. Die späte Jahres-zeit (November), Krankheiten und Verluste in den katholischen Truppen-theilen und der Marsch des Herzogs Bernhard aus Baiern nach Oester-reich waren die Ursache, dass Altringer gezwungen war, sich unverrich-teter Dinge aus dem Elsass zu entfernen.
Während Altringer und nach ihm Hörn nach dem Elsass niar-schirten, trieb der Herzog Bernhard die Heeresabtheilung von Werth'svor sich her, nahm Regensburg, bevor der von Wallenstein aus Böhmenabgesandte General Gallas den Baiem zu Hülfe kommen konnte, gingdarauf über die Isar und, rückte nach Oberösterreich vor.
§.49.Operationen in Schlesien und Sachsen im Jahre 1633.In Schlesien und Sachsen dagegen waren die Ueberlegenheit anStreitkräften und die Erfolge auf Seiten des Kaisers. Ein Corps von24,000 Mann Schweden, Sachsen und Brandenburgern rückte durch dieLausitz in Schlesien ein und bemächtigte sich bald des grössten Theilesdieser Provinz. Wallenstein, der bereits wieder 40,000 Mann Truppenhatte, verliess hierauf Böhmen und bezog ein befestigtes Lager beiMünsterberg in Schlesien; beim Herannahen der verbündeten Armee aberzog er sich trotz seiner Ueberlegenheit an Streitkräften zurück, wich jedemKampfaus, führte Unterhandlungen und unternahm bis zum Herbst nichtsEntscheidendes. Endlich fielen Holke und später Piccolomini mit kaiser-lichen Heeresabtheilungen in Sachsen ein; Ersterer nahm Leipzig, Letz-terer bedrohte Dresden. Dies veranlasste Arnheim nach Sachsen zu eilenund in Schlesien nur den Grafen Thurn mit 2500 Mann zurückzulassen.Da überfiel Wallenstein Thurn, schlug ihn und nahm ihn gefangen undmarschirte die Oder abwärts. Er eroberte Frankfurt und Landsberg undentsandte Detachements sogar hinter, die Warthe, handelte aber nichtenergisch genug, führte beständig Unterhandlungen mit seinen Gegnern,