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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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4. Zweite Periode des dreissigjährigen Krieges (16301634). 91

§.46.Der Marsch Wallenstein's und Gustav Adolph's Marsch nach Sachsen.

Schlacht bei Lützen.

Die Besetzung Sachsens durch 30,000 Mann kaiserlicher Truppen,die Entfernung der sächsischen Armee, die gänzliche Verwüstung undEntkräftung der Gegend um Bamberg herum veranlassten schliesslichWallenstein nach Sachsen zu gehen, um den Kurfürsten von Sachsenzum Frieden mit dem Kaiser zu zwingen und, auf den Communications-wegen Gustav Adolph's mit Norddeutschland Posto nehmend, ihn vonOesterreich und Baiern abzuziehen. Aus Bamberg rückte er nach Koburgvor und eroberte diese Stadt (27. Septbr.); sein Angriff auf das KoburgscheSchloss aber wurde von der schwedischen Besatzung zurückgeschlagen.Von Koburg ging er (5. üctober) über Kronach, Plauen und Weida nachAltenburg, vereinigte sich hier mit Holke und Gallas und rückte (den 18.October) gegen Leipzig; den 22. October ergab sich Leipzig, und den 23.das Schloss Pleissenburg. Nach einigen Tagen marschirte Wallensteinmit 36,000 Mann von Leipzig über Eilenburg nach Torgau und Dresden,um die nach Torgau zurückgekehrte, 18,000 Mann starke sächsischeArmee zu schlagen und Dresden einzunehmen. Unterdessen befand sichGustav Adolph in Baiern, er wollte es gänzlich unterwerfen, um dadurchWallenstein von Sachsen, Thüringen und Pranken zu entfernen undauch möglich seine Operationen gegen Oesterreich zu beginnen. Alser aber erfuhr, dass Sachsen von 30,000 Mann kaiserlicher Truppen be-setzt worden und dass Wallenstein selbst dorthin abmarschirt, in Folgedessen in Sachsen sich ca. 50,000 Mann kaiserlicher Truppen concentrirenmussten, entschloss sich Gustav Adolph ohne die geringste Verzögerungnach Sachsen abzumarschiren, um die Unterwerfung desselben oder dieLosreissung des Kurfürsten von Sachsen vom schwedischen Bündnisse zuverhindern. Wiederum rieth ihm Oxenstjerna anstatt nach Sachsen nachOesterreich, das durch die Aufstände der Protestanten bewegt wurde, undzwar nach dem schwach befestigten und fast ganz ohne Schutz gelassenenWien zu ziehen. Gustav Adolph aber erachtete dies nicht für vorsichtig,vernünftig und den damaligen Umständen angemessen. Nachdem er inBaiern und Schwaben 10,000 Mann Truppen unter dem Befehl des Pfalz-grafen Christian von Birkenfeld (bis zur Genesung des schwerverwundetenBauer) gelassen und die Städte Donauwörth, Augsburg und Rain mitbesonders starken Garnisonen besetzt hatte, marschirte er Anfang Oc-tober über Dinkelsbühl und Kitzingen nach Schweinfurt. Hier con-centrirten sich alle seine Truppen, deren Zahl nach Anschluss auch desHerzogs Bernhard von Sachsen-Weimar sich auf 27,000 Mann belief.Aus Schweinfurt ging die schwedische Armee in zwei Colonnen über den