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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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74 I- Dreissigjähriger Krieg.

mit englischen Truppen (Ende October), im Ganzen 20,000 bis 25,000Mann. Bei Mitwirkung der Böhmen und dem schwachen Widerständeder an Zahl geringern kaiserlichen Truppen nahm die verbündete Armeein sehr kurzer Zeit Budin, zog in Prag ein, warf die kaiserlichen Trup-pen von Nimburg nach Tabor zurück, schlug ein Detachement derselbenbei Prag und nahm Eger und Pilsen ein. Der Kaiser war gezwungen,Gallas mit Truppen aus Italien zu berufen. Aber trotz der Mitwirkungder Böhmen, der geringen Zahl der kaiserlichen Truppen in Böhmen,der von Neuem sich kundgebenden Unruhen unter den Protestanten Ober-und Niederösterreichs, des Einfalls des siebenbürgischen Fürsten Rakocziin Ungarn und Unterösterreich Umstände, so günstig für den Kurfürstenvon Sachsen zur Fortsetzung der Offensivoperationen von Böhmen ausnach Mähren und in das eigentliche Oesterreich, der Kurfürst bliebplötzlich inmitten seiner Erfolge stehen, fing zu schwanken an und be-gann heimliche Unterhandlungen mit dem Kaiser. Bald trennten sichdie schwedischen und englischen Truppen von der sächsischen Armeeund marschirten die Einen nach Sachsen, die Andern nach Mecklenburg.In Böhmen aber hörten die Kriegsoperationen zeitweise fast ganz auf,und die sächsische Armee, die sich über Böhmen ausgebreitet hatte,führte nur den kleinen Krieg in Abtheilungen und plünderte das Land.

§. 33.Operationen im nordwestliehen Deutsehland.

Nach Tilly's Abmarsch von der Weser an den Main und nach Schwa-ben (s. Seite 75) blieben an der untern Elbe auf dem Gebiet zwischen Elbe,Weser und dem Meere: Pappenheim mit einer kleinen Anzahl Truppenund die katholischen Garnisonen in einigen Städten, von denen die wich-tigsten Magdeburg, Wismar und Dömitz waren. Nachdem Pappenheimca. 8000 Mann Truppen gesammelt hatte, zwang er im November denschwedischen General Baner, die Belagerung Magdeburgs aufzuheben.Aber bald darauf wandten sich gegen Pappenheim von der Weser undElbe, von Norden und Süden, die ihm überlegenen Streitkräfte Tott's,Baner's, Hamilton's, des Bischofs von Bremen und die Baner zu Hülfeheranmarschirten, in Thüringen vom Prinzen Wilhelm von Sachsen-Weimar neu angeworbenen Mannschaften. Das Ergebniss der Opera-tionen aller dieser Truppen war, dass Pappenheim gezwungen wurde,sich hinter die Weser in die niederrheinischen katholischen Länder zu-rückzuziehen, gegen wetehe von Süden her die Truppen des Landgrafenvon Hessen-Kassel operirten. Magdeburg aber, Wismar, Dömitz undeinige andere Städte wurden von den Schweden und Protestanten erobert.Als auf diese Weise die Nieder-Elbe und die Gegend zwischen der Elbe,der Weser und dem Meere von den kaiserlichen Truppen gesäubert war,