Viertes Kapitel.
Die zweite Periode des dreissigj ährigen Krieges, seit
Gustav Adolph's Erscheinen in Deutschland bis zur
Schlacht hei Nördlingen inclusive (1630—1634).
(Fortsetzung.)
- II.
Krieg nach der Schlacht bei Breitenfeld oder Leipzig bis zur Schlacht beiLiitzen inclusive (1631—1632).
§.31.
Lage beider kriegführenden Parteien nach der Sehlacht bei Leipzig.
Operationsplan Gustav Adolph's und der Protestanten.
Die weisen, geschickten Operationen Gustav Adolph's im Laufevon 14 Monaten seit seinem Erscheinen in Deutschland, durch den ent-scheidenden Sieg bei Leipzig gekrönt, änderten gänzlich die SachlageDeutschlands. Gustav Adolph hatte sich in Pommern, Mecklenburg undBrandenburg, wo er Festungen inne hatte, festgesetzt; im Kücken hatte ereine völlig gesicherte Verbindung mit Schweden durch das Meer, war be-deutend durch alle Mittel des occupirten Landes, durch die Bündnisse mitHessen-Kassel und Sachsen, durch aus Schweden, Preussen, Livland undEngland erhaltene Verstärkungen und noch mehr durch den günstigenmoralischen Einfluss seiner allmäligen, langsamen aber sicheren Erfolgegekräftigt. Der Sieg bei Leipzig machte ihn noch stärker und flösste vorihm Furcht ein. Die Armee des Kaisers war geschlagen, entkräftet, inUnordnung gerathen; die Niederlage und der Rückzug derselben zurWeser gaben die fast unbeschützten Erblande des, Kaisers den SchlägenGustav Adolph's und der Protestanten preis, die Macht und Gewalt des