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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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70 I- Dreissigjähriger Krieg.

wundeten und Gefangenen 6000 Mann, die ganze Artillerie, 100 Fahnenund den ganzen Train. Der Best der Armee (gegen 19,000 Mann) zerstreutesich in Unordnung nach verschiedenen Richtungen hin, hauptsächlichnach Halle, wohin auch, von Wunden Dedeckt und kaum der Gefangen-schaft entgangen, Tilly kam. Hier vereinigte er sich mit Pappenheim,sammelte nach Möglichkeit die Truppen seiner geschlagenen Armee undwandte sich der Weser zu. Gustav Adolph, dessen Armee nach der AngabeEiniger 1500, nach der Meinung Anderer nur 700 Mann verloren, Hessdie sächsischen Truppen zur Einnahme Leipzigs zurück und verfolgteSelbst die geschlagenen kaiserlichen Truppen, schlug, vernichtete undnahm bei Merseburg eine dort angesammelte bedeutende Abtheilungderselben gefangen und eroberte Halle, aber weiter als bis zur Saaleverfolgte er sie nicht, da er zuerst in Sachsen sich festsetzen und nöthigeMassregeln zu weiteren Operationen in West- und Süddeutschland er-greifen wollte. Den 13. September ergab sich Leipzig, und die Sachsenkehrten nach Torgau zurück. Die schwedische Armee aber wurde durchden Kampf nicht geschwächt, sondern verstärkte sich vielmehr nach dem-selben bedeutend durch den Eintritt der Gefangenen und Garnisonen. Zuderselben Zeit sammelte sich in Brandenburg eine neue Armee zu Opera-tionen an der unteren Elbe. Tott belagerte Rostock, der Landgraf vonHessen-Kassel aber und der Herzog Bernhard von Sachsen- Weimar hieltendie Truppen Fugger's auf, säuberten Hessen-Kassel von den kaiserlichenTruppen und beunruhigten die benachbarten katholischen Länder.