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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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3. Zweite Periode des dreissigjährigen Krieges (16301634). 69

versumpfter Graben trennte einen Theil des rechten Flügels von derHauptmacht. Die Artillerie Tilly's bestand aus 20 grossen, schwer zubewegenden Geschützen. Pappenheim mit einer Reiterabtheilung warvorausgeschickt, um die Verbündeten am Flüsschen Loberbach aufzu-halten. Aber die schwedische Avantgarde warf die Reiterei Pappenheim'szurück, und gedeckt von ihr, überschritt die ganze verbündete Armee inzwei Colonnen (7. September) den Loberbach und stellte sich in einigenLinien parallel der kaiserlichen Armee auf, die Sachsen auf der linken,die Schweden auf der rechten Seite des Grabens. Die Schweden hattenvier Infanteriebrigaden in Brigadeaufstellung und einen Theil Reiterei,"gemischt mit Abtheilungen von Musketieren in der ersten Linie, unddrei Infanteriebrigaden in derselben Aufstellung mit ebenso gemischterReiterei und Musketierabtheilungen in der zweiten Linie; hinter jederder beiden Linien befanden sich als Reserve kleine Theile Fussvolk undReiterei. Die ganze Artillerie war in der Mitte der ersten Linie con-centrirt. Der verbündeten Armee waren (nach Gustav Adolph's eigenemAusspruch) die Sonne und der Wind hinderlich. Nachdem sie aufgestelltwar, rückte sie gegen die kaiserliche Armee vor. Pappenheim griff mitder am linken Flügel aufgestellten Reiterei den rechten Flügel derschwedischen Armee an, wurde aber, Dank der schwedischen Aufstellungin einigen Linien mit Reserven und der ausgezeichneten Leistung derschwedischen Reiterei, zurückgeworfen und von Baner verfolgt. Aberauf dem linken Flügel der verbündeten Armee hielten die Sachsen denAngriff der kaiserlichen Reiterei des rechten Flügels nicht aus, sondernwurden zurückgeworfen, ergriffen die Flucht und zerstreuten sich ingänzlicher Unordnung. Darauf griff die kaiserliche Reiterei vom rechtenFlügel den linken Flügel der Schweden an. Gustav Adolph aber ver-stärkte diesen Flügel mit Truppen, die er vom rechten Flügel und aus derReserve nahm, und der Angriff der kaiserlichen Truppen wurde zurück-geschlagen. Dann änderte die ganze schwedische Schlachtlinie ihreFronte nach links, indem sie ihren rechten Flügel vorschob, und griff,unterstützt vom heftigen Feuer ihrer ganzen Artillerie, die kaiserlicheArmee von der Fronte und beiden Flügeln grade zu der Zeit an, als dieletztere ihren rechten Flügel vorschob, während der linke Flügel der-selben geworfen und zurückgedrängt war. Bald wurde auch die kaiser-liche Artillerie, die Anfangs hinter dem Centrum, später hinter demlinken Flügel aufgestellt war, von den Schweden genommen, die In-fanteriebataillen Tilly's und die Reiterei des rechten Flügels aber vonallen Seiten von den Schweden angegriffen und, nach hartnäckigsterGegenwehr bis in die späte Nacht hinein, theils vernichtet, theils ge-fangen genommen, theils zerstreut. Die Schlacht endigte mit gänzlicherNiederlage der kaiserlichen Armee; sie verlor an Todten 7000, an Ver-