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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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5, Zweite Periode des dreissigjährigen Krieges (16301634). 65

noch vortheilhafteren Vertrag zu schliessen, dem zufolge die FestungSpandau unbedingt den Schweden übergeben, in Küstrin ihnen jederZeit freier Einzug gestattet wurde, der Kurfürst sich aber dazu verpflich-tete, der schwedischen Armee monatlich 30,000 Thaler zu zahlen etc.Darnach coneentrirtc Gustav Adolph seine Hauptmacht (gegen 12,000Mann Truppen) bei Brandenburg an der Havel und in Erwartung neuerVerstärkungen traf er Massregeln, durch Eroberung und Befestigungverschiedener Orte an der Elbe und Havel seine Stellung in Brandenburgnoch mehr zu sichern. Indessen hatte auch die letzte Festung Pommerns,Greifswalde, sich den Schweden ergeben; Tott, der sie belagert hatte,rückte nach Mecklenburg ein und säuberte bald in Vereinigung mit denTruppen der Herzöge von Mecklenburg fast dieses ganze Land von denkaiserlichen Truppen, in deren Macht nur noch Rostock, Wismar undDöinitz verblieben. Güstrow aber und Schwerin ergaben sich den Schwe-den , und in der ersteren Stadt wurden die Herzöge von Mecklenburgfeierlich von Gustav Adolph (26. Juni) in ihre Würden wieder eingesetzt.Grade ein Jahr nach der Landung auf der Insel Rüden hatte sich solcherGestalt Gustav Adolph gänzlich in Pommern, Mecklenburg und Branden-burg festgesetzt, sich durch die Besetzung der Flüsse Havel, Spree undOder bis an die Grenzen Schlesiens und Polens gesichert, und er wartete nur auf günstige Umstände und auf Verstärkungen, um über die Elbe zugehen und den Krieg in die Mitte Deutschlands zu verlegen.

§.28.Gustav Adolph's Uebergang über die Elbe.

Indessen hatte Tilly Gotha. Eisenach, Weimar (Erfurt kaufte sichdurch eine Geldcontribution los) eingenommen, und nachdem er nachden Grenzen Hessen-Kassels hin Heeresabtheilungen mit der Forderungentsandt, der Landgraf möge in seine Festungen die kaiserlichen Garni-sonen aufnehmen, blieb er selbst bei Mühlhausen stehen. Der Landgrafaber, der seine Truppen vor Kassel gesammelt hatte, weigerte sich ent-schieden diese Forderung Tillys zu erfüllen. Anderseits landeten zu der-selben Zeit in Stettin zur Verstärkung der Armee 8000 Mann neu ausSchweden angekommener Truppen. Von ihnen wurden sofort 4000 Mannzur Einverleibimg mit der Hauptarmee abgesandt, 4000 Mann aber nachMecklenburg zu Tott abgefertigt, der darauf mit 4000 Mann zu GustavAdolph stossen sollte. Bald darauf landeten in der Mündung des FlussesPeene 7000 Mann englischer Hülfstruppen unter Hamilton's Befehl; siesollten an Schlesiens Grenzen Hörn ablösen, welcher die Ordre bekam,4000 Mann Trappen dort zu lassen und mit den übrigen zu Gustav Adolphzu stossen.

fialitzin, AUgem.Kriegsgeschichte. HI, 1. 5