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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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62 I- Dreissigjähriger Krieg.

Unterdessen belagerte Pappenheim Magdeburg, und Gustav Adolphhatte ein befestigtes Lager zwischen Schwedt und Vierraden an der Oderbezogen und sandte Hörn nach Mecklenburg zur Uebernahme des Ober-commandos über die dort befindlichen Truppen. Er befahl ihm defensivzu agiren, hinter den Flüssen Peene, Trebel und Recknitz sich nach An-klam und Stralsund zurückziehend sowohl diese Städte als auchWolgast,Loitz und Demmin zu decken, im Falle aber dass Tilly gegen GustavAdolph marschiren sollte, sogleich Tilly zu folgen und nur einen Theilder Truppen hinter den Flüssen Trebel und Recknitz zur Deckung derBelagerung von Greifswalde zu lassen.

Als er aber erfuhr, dass Tilly sich nach Neu-Ruppin zurückgezogen,zog Gustav Adolph Hörn zu sich heran, befahl ihm sich im Lager beiSchwedt aufzustellen und Tilly zu beobachten, und marschirte selbstmit 20,000 Mann Truppen und 200 Geschützen (25. März) an beiden Ufernder Oder entlang nach Frankfurt. Die Hauptmacht marschirte das linkeUfer entlang, ein Theil der Streitkräfte das rechte, und auf der Oderfolgten eine Flottille und eine Flossbrücke. Diese Bewegung war gedecktund vollkommen sichergestellt vom rechten Flügel und im Rücken d. h.seitens Tilly. sowohl durch Hörn, als auch durch einige besondere nachverschiedenen Richtungen hin abgesandte Detachements. Bei Frankfurt(27. März) angelangt, wo sich 8000 Mann kaiserlicher Truppen unterdem Befehl des Feldmarschalls Tiefenbach, der Schaumburg abgelöst,befanden, eröffnete Gustav Adolph sofort die Belagerungsarbeiten undein heftiges Feuer aus seiner zahlreichen Artillerie. Am siebenten Tagenach dem Eintreffen vor Frankfurt (3. April) drangen die Schwedendurch eine in die Mauer geschossene Bresche ein und nahmen kurzdarauf die Stadt mit Sturm, und vernichteten die Hälfte der Garnison;der übrige Theil derselben kam entweder in der Oder um oder iwurdegefangen genommen; dem allerunbedeutendsten Theile gelang es°-kachSchlesien zu fliehen und sich in die Festung Glogau einzuschliessen.Gleich nach der Einnahme Frankfurts eroberte Gusatv Adolph Krossenund Landsberg durch Capitulation. Nachdem somit durch die Einnahmevon Krossen und Landsberg der linke Flügel seiner Armee auch vonSeiten Schlesiens her gesichert war, concentrirte Gustav Adolph seineHauptmacht bei Frankfurt.

§.26.Tilly's Marsch nach Magdeburg und Eroberung dieser Stadt; die in-zwischen von Gustav Adolph ausgeführten Kriegsoperationen.Tilly blieb ziemlich lange in Unthätigkeit in Neu-Ruppin. und end-lich marschirte er nach Magdeburg. Als er aber von Gustav Adolph'sMarsch nach Frankfurt Kenntniss erhielt, wandte er sich auch dorthin.