3. Zweite Periode'des dreissigjährigen Krieges (1630—1634). 61
nach Demmin, eroberte auf dem Marsche Neu-Brandenburg, Loitz undeinige andere Städte, erhielt aus Stralsund Verstärkung und griff (am13. Februar) Demmin an. Der Herzog Savelli, der sich in dieser Stadtmit 4000 Mann kaiserlicher Truppen befand, übergab nach kurzer Gegen-wehr Demmin an Gustav Adolph und zog sich nach Neu-Ruppin zurück.
§.25.
Tilly's Marsch nach Neu-Ruppin und Neu-Brandenburg, und Gustav
Adolphs Marsch nach Prankfurt.
Nachdem Tilly von dem Marsche Gustav Adolph's nach Mecklenburgerfahren hatte, Hess er in der Nähe von Frankfurt Schaumburg mit 8000Mann Truppen und zog selbst mit 24,000 Mann nach Mecklenburg. Erhatte aber nur die Möglichkeit, auf weitem Umwege über Fürstenwalde,Brandenburg und Neu-Ruppin dahin zu gelaugen, weil in gerader undkürzerer Richtung alle Städte von den Schweden besetzt waren. Ausser-dem wurde er durch schlechte Wege und den hartnäckigen Widerstandeiniger auf dem Wege liegender Städte aufgehalten.
Gustav Adolph aber, nachdem er von Tilly's Marsch nach Mecklen-burg Kenntniss erhalten, kehrte sofort mit der Hälfte seiner Truppennach Stettin zurück und Hess die andere Hälfte derselben unter dem Be-fehl von Kniphausen zwischen Neu - Brandenburg und dem Meere,unter Baner's Befehl in Demmin und unter Tott's Befehl bei derBlokade von Greifswalde. Diese Generale erhielten von Gustav Adolphdie Weisung defensiv zu agiren und den Kampf zu meiden, im Falle diekaiserlichen Truppen sich nach Neu-Brandenburg, Stettin, Garz odernach Mecklenburg wenden sollten.
In Neu-Ruppin angekommen, fand Tilly dort den Herzog Savellimit j*3r aus Demmin abgezogenen Garnison dieser Stadt vor] und erfuhrzu gleicher Zeit von der Eroberung Demmins und Kolbergs durch dieSchweden. Tilly, durch dieses Msslingen aufgebracht, beschloss, ohnezu wissen, dass Gustav Adolph bereits auf dem Rückmarsche nachStettin war, ihm eine Schlacht anzubieten und marschirte nach Neu-Brandenburg. Gustav Adolph schickte sofort einen Befehl an Knip-hausen, dem Kampf mit Tilly auszuweichen. Aber Kniphausen, derdiesen Befehl nicht zur rechten Zeit erhielt, beschloss sich in Neu-Brandenburg bis aufs Aeusserste zu vertheidigen. Tilly zerstörte durchseine Artillerie die Mauern von Neu-Brandenburg, eroberte die Stadtmit Sturmleitern, gab sie der Plünderung preis und Hess die schwedischeGarnison über die Klinge springen. Dadurch wollte Tilly die Eroberungvon Demmin und Kolberg rächen, hatte aber keinen Nutzen davon, undda er es nicht wagte weiter zu marschiren, kehrte er nach Neu-Ruppinzurück, Heeresabtheilungen zur Oder hin entsendend.