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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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3. Zweite Periode des dreissigjährigen Krieges (16301634). 59

höchst begeistert, und der Erfolg ihrerseits konnte nicht bezweifelt wer-den. Gustav Adolph marschirte nach Garz und Greifenhagen beide Uferder Oder entlang, auf welcher eine Flottille und eine schwimmendeBrücke zur Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen beiden Theilender Armee ihn begleitete. Zuerst rückte Gustav Adolph gegen Greifen-hagen, legte die Mauern der Stadt durch Artilleriefeuer in Trümmer undnahm dieselbe mit Sturm. Die Besatzung derselben warf sich auf daslinke Ufer und zerstörte hinter sich idie Brücke. Darauf wandte sichGustav Adolph mit seiner Hauptmacht nach Garz; aber die kaiserlichenTruppen warteten seine Ankunft nicht ab, sondern, nachdem sie Garzangezündet, retirirten sie unter dem Befehle des Grafen Schaumburg, derdie Stelle Torquato Conti's vertrat, theils am linken Ufer der Oder auf-wärts über Küstrin nach Frankfurt, theils aber hinter die Warthe nachLandsberg, von den Schweden, die ihnen mehrere Niederlagen beibrach-ten, verfolgt. Die kaiserlichen Truppen wurden durch Küstrin, das vonden Truppen des neutralen Kurfürsten von Brandenburg besetzt war,durchgelassen und sammelten sich in Frankfurt an der Oder in der Zahlvon ungefähr 12,000 Mann. Die Schweden aber, die sie verfolgten,erhielten keinen Durchlass durch Küstrin, weshalb Gustav Adolph, umnicht in seinem Kücken die Festungen Küstrin und Landsberg zu lassen,seinen weitern Marsch die Oder aufwärts einstellte und mit seiner Haupt-macht ein befestigtes Lager bei Bärwalde, auf der rechten Seite derOder in der Nähe von Küstrin bezog und mit einem Theile der Truppen(4000 Mann) unter Tott's Befehl Landsberg blokirte, ausserdem abernoch Truppentheile entsandte, um Brandenbürg von den dasselbe plün-dernden Banden der kaiserlichen Truppen zu säubern. Somit hatten beimBeginn des Jahres 1631 die kaiserlichen Truppen die ganze Gegend bisFrankfurt und Landsberg geräumt, und in Pommern blieben nur noch inihrer Gewalt Demmin. Greifswalde und Kolberg. Aber auch diese warenvon den Schweden blokirt.

Im Laufe des Januars 1631 blieb Gustav Adolph im Lager bei Bär-walde, beschäftigte sich mit der Ordnung der Heeresangelegenheiten undVerstärkung seiner Armee, ergriff Massregeln, um dieselbe mit allemNöthigen zu versehen und führte eifrige Unterhandlungen, besonders mitdem Kurfürsten von Brandenburg und mit Frankreich. Mit letzterem schlosser endlich ein offenes Bündniss, nach welchem er sich verpflichtete, inDeutschland 30,000 Mann Fussvolk und 6000 Mann Reiterei zu unter-halten : Frankreich hingegen verpflichtete sich, an Schweden jährlich1,200,000 Livres (gegen 400,000 Rubel Silber) zum Unterhalte dieserTruppen zu zahlen. Zu derselben Zeit versammelten sich in Leipzig aufEinladung des Kurfürsten von Sachsen die protestantischen FürstenDeutschlands aus den Häusern Sachsen, Brandenburg und Hessen, so-