58 I- BreissigfShnger Krieg.
Wallenstein's ging auch ein grosser Tlieil seiner Armee aus einander, unddem Kaiser und den Katholiken verblieben nicht mehr als 70,000 MannTruppen, von denen der grösste Theil im südwestlichen Deutschland sichbefand oder im Kriege im nördlichen Italien stand. In Pommern aberund Mecklenburg konnte der Kaiser in der ersten Zeit Gustav Adolphnur die allerunbedeutendsten Streitkräfte entgegenstellen. NachdemGustav Adolph seine frühere Absicht aufgegeben hatte, erachtete er es fürzweckmässiger, seinen Operationskreis noch nicht allzusehr auszudehnen,um nicht seine geringen Kräfte zu zerstückeln, sondern sich auf die Be-setzungirgend eines festen Punktes in Mecklenburg zu beschränken,um vondemselben aus nach dem Iünern des Landes hin zu operiren. Nachdemer dazu Demmin bestimmt hatte, Hess er Baner mit 3—4000 Mann Trup-pen zu dessen Blokade und zur Besetzung der Gegend bis zum FlusseRecknitz und kehrte selbst miMOOO Mann Truppennach Stettin zurück,das während seiner Abwesenheit Torquato Conti einnehmen wollte, aberkeinen Erfolg hatte, worauf er ziemlich bedeutende Kräfte zur BefreiungKolbergs und 6000 Mann unter dem Befehle des Herzogs Savelli zum Ent-satz von Demmin entsandte. Die ersteren, auf der einen Seite durch diegleich nach ihnen aus Stettin von Hörn ausgesandten Truppen und auf derandern Seite von Kniphausen, der Kolberg belagerte, angegriffen, wur-den geschlagen. Gustav Adolph aber, zu dieser Zeit nach Stettin zurück-gekehrt, begann die Truppen an der untern Oder zu concentriren, in derAbsicht, Pommern von den kaiserlichen Truppen zu säubern und dieOperationen aufwärts der Oder zu eröffnen. Inzwischen aber eilte ermit 4000 Mann Truppen nach Demmin, Baner zu Hülfe, ging demHerzoge Savelli entgegen, schlug ihn und zwang ihn sich nach Rostockmit Verlust der ganzen Artillerie und des Trains zurückzuziehen. Da-rauf kehrte Gustav Adolph nach Stettin zurück und marschirte EndeDecember die Oder aufwärts.
§.23.
Der Marsch Gustav Adolph's nach Garz und Greifenhagen; das Auf-schlagen des Lagers bei Bärwaldej seine Operationen an der Oder
und Elbe.
Die kaiserlichen Truppen in Garz befanden sich im allertraurigstenZustande. Ungemein durch Kälte und Hunger leidend, plünderten sieund liessen sich jeglicher Art Ausschreitungen zu Schulden kommen,gehorchten ihren Vorgesetzten nicht und waren nicht im Stande denSchweden zu widerstehen. Namentlich diese Zeit wählte Gustav Adolph,um gegen sie die Offensive zu ergreifen. Seine Truppen, im Gegensatzzu den kaiserlichen, waren mit warmer Kleidung und Proviant versehen,