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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
Entstehung
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Drittes Kapitel.

Die zweite Periode des dreissigjährigen Krieges, seit

Gustav Adolph's Erscheinen in Deutschland bis zur

Schlacht hei Nördlingen inclusive (16301634).

i.

Der Krieg seit Gustav Adolph's Erscheinen in Deutschland bis zur Schlachtbei Breitenfeld oder Leipzig inclusive (16301631).

§.20.Der politische Zustand Deutschlands und Europas im Jahre 1630.

Die Eigenmächtigkeit und die Gewaltmassregeln des Kaisers erreg-ten gegen ihn die allgemeine Unzufriedenheit der Völker und FürstenDeutschlands, nicht nur der protestantischen, sondern auch der katho-lischen. Sowohl diese als jene sahen mit Unruhe auf das Umsichgreifenseiner Macht und auf seine ehrgeizigen Pläne, welche die politische Un-abhängigkeit Deutschlands zu vernichten drohten. Ein grosser Theil derprotestantischen Fürsten war gezwungen sich der Macht zu beugen;einige von ihnen, das allgemeine Wohl vergessend und auf Vortheilespeciell für sich hoffend, befanden sich sogar im Bunde mit dem Kaiser;andere sachten vergebens sich durch Neutralität zu schützen; andere end-lich und namentlich der Landgraf von Hessen-Kassel und der Herzogvon Braunschweig - Lüneburg, sowie auch die freien Städte Hamburgund Lübeck hörten nicht auf, dem Kaiser feindselig entgegen zu treten.Mit Hülfe der nördlichen Seemächte, besonders Schwedens und der freienStädte, hielt sich Stralsund noch an den Ufern der Ostsee, und im mittlemDeutschland wagte es sogar Magdeburg, offen sich dem Kaiser zu wider-setzen und sich gegen ihn zu bewaffnen. Aber, sich der Macht beugend,