48 I. Dreissigjähriger Krieg.
zu unterwerfen. Doch alle seine Anstrengungen waren vergebens. Schonim December des Jahres 1627 verweigerten aufs Bestimmteste die freienHansestädte dem Kaiser die Mittel zur Herstellung einer Flotte zuliefern und ihre Handelsverbindungen mit den vier nördlichen Seemäch-ten einzustellen. Im Laufe des Jahres 1628 bemächtigten sich die kaiser-lichen Truppen der Städte Rostock und Krempe. Dieses erbitterte diefreien Städte, und ihre mit den nördlichen Seemächten verbündete Flottelegte den kaiserlichen Truppen grossen Zwang an und war ihnen inihren Operationen sehr hinderlich.
§. 19.Resultat der Operationen in der ersten Periode des dreissigjährigen
Krieges.
Somit, kann man sagen, hatte der Krieg, der mit der Bekämpfungder rebellischen Unterthanen des Kaisers begann, fast ganz Deutschlandseiner Macht unterworfen. Zwanzig Jahre nach dem Abschluss der pro-testantischen und katholischen Bündnisse, hatte Ferdinand IL fast dasZiel erlangt, das sich Karl V. gesteckt, aber nicht erreicht hatte. DasRestitutionsedict verpflichtete die Protestanten, den Katholiken allegeistlichen katholischen Besitzungen, die seit dem Passauer Friedenden Protestanten gehörten, zurückzugeben. Wallenstein mit seinerzahlreichen Armee ward der Auftrag zu Theil, das Restitutionsedict zuvollziehen. Da wurde Deutschland von den Grenzen der Schweiz an biszur Ostsee und vom Rhein bis zur Oder von kaiserlichen und katholischenTruppen Uberfluthet und unterlag der Last der grausamsten Gewalt-thätigkeiten, Bedrückungen und Plünderungen, vergebens Schreie derVerzweiflung ausstossend.
Dieser Art waren die bedeutenden Erfolge, die der Kaiser in derersten Periode des dreissigjährigen Krieges errang. Wenn man auf-merksam die Ursachen dieser Erfolge betrachtet, wird man sich leichtüberzeugen, dass sie in der bedeutenden Ueberlegenheit des Kaisers undder Katholiken, sowohl in politischer Hinsicht, als auch in der Krieg-führung den Protestanten gegenüber bestanden; auch waren besondere,den erstem günstige Umstände, die den europäischen Herrschern, mitAusnahme Dänemarks, nicht erlaubten, unmittelbaren Antheil an demKrieg mit dem Kaiser zu nehmen, die Ursache davon. Die geschicktePolitik Ferdinand's IL trennte einige Male die Bündnisse der Protestantenund entwaffnete sie, indem er gleichzeitig selbst durch Beistand der ka-tholischen Liga, sogar auch vieler protestantischen Fürsten, verstärktwurde. Während in den immer abgesonderten, speciellen Anstrengungender Protestanten weder Uebereinstimmung und Einheit, noch Kunst zufinden waren, verstand es der Kaiser, seine ganze Kraft beständig, un-