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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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2. Erste Periode des dreissigjährigen Krieges (16181630). 47

Macht im Kücken der Armee und Sicherstellung der Operationen derletzteren gegen die Niederlande, auf das linke Eibufer gesandt. Baldhatte Wallenstein ganz Jütland gesäubert und den König von Dänemarkgezwungen, sich auf die dänischen Inseln zurückzuziehen. Gegen Endedes Jahres war die Eroberung der Küsten des baltischen Meeres bewerk-stelligt, die Herzöge von Mecklenburg verloren ihre Besitzungen, die vomKaiser dem Wallenstein als Belohnung für seine Verdienste verliehenwurden, und in ganz Norddeutschland blieben unabhängig vom Kaisernur die freien Städte und hielten sich nur zwei Festungen, Stralsundund Stettin.

§. 18.Sehluss-Operationen an den Ufern der Ostsee (16281629).

Die Erfolge des Kaisers wurden unerwartet durch die hartnäckigeVertheidigung Stralsunds aufgehalten. Diese stark befestigte Stadt warihrer geographischen Lage nach ungemein wichtig, sowohl für den Kaiser,als auch besonders für England, die Niederlande, Dänemark, Schwedenund die freien Hansestädte. Für den erstem war sie der Schlüssel zurOstsee, für die Seemächte und freien Städte aber der Schlüssel zuDeutschland, mittelst welcher sie stets einen freien Zutritt in letztereshaben konnten. Daher leisteten sie auch der Stadt thätige Hülfe durchTruppen, Schiffe und Geld. Schon im Anfange des Jahres 1628 rückteArnheim heran: aber für dieses Mal kaufte sich Stralsund los. Unge-achtet dessen blokirte Arnheim bald zum zweiten Male die Stadt von derLandseite aus, da, um dies von der Seeseite zu thun, es ihm an Schiffenfehlte. Darin bestand auch der Grund des steten Misslingens der Opera-tionen der kaiserlichen Heere gegen Stralsund. In der Folge bot Wallen-stein alle seine Kräfte auf um Stralsund zu erobern. Nachdem er imLaufe des Jahres 1628 mehr als 12,000 Mann bei der BelagerungStralsunds verloren hatte, verwandelte er mit Beginn des Wintersdie Belagerung in eine Blokade. Im Jahre 1629 (im Mai) schlossDänemark einen besonderen Frieden mit dem Kaiser zu Lübeck, Schwe-den aber ein Bündniss mit Stralsund. Gustav Adolph verpflichtete sich,die Unabhängigkeit Stralsunds zu beschützen, und letztere Stadt ihrer-seits zu jedem Opfer und jeglicher Hülfeleistung bereit zu sein, welchenöthig sein könnten, wenn die Umstände die Schweden zwingen sollten,das Festland Deutschlands zu betreten. In Folge dieses Vertrages ver-stärkte Gustav Adolph die Garnison von Stralsund mit 6000 Mannschwedischer Truppen unter Leslie's Befehl.

Ausser den Anstrengungen zur Eroberung von Stralsund, strebteder Kaiser im Laufe von zwei Jahren beständig darnach, in den erobertenHäfen der Ostsee eine starke Flotte zu bilden und die freien Hansestädte