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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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46 I- Dreissigjiihriger Krieg.

ca. 22,000 Mann. Unterdessen unterwarf Tilly nach und nach alle Orteam linken Elhufer.

Die Niederlage des Königs von Dänemark und seine Eetirade nachHolstein hatten zur Folge, dass der Kurfürst von Brandenburg und derHerzog von Braunschweig sich vom Protestantenbunde lossagten.

IV.

Der Krieg in Norddeutschland, an den Ufern des baltischen Meeres

(1627-1629).

§.17.Operationen in Holstein, Mecklenburg und Pommern (1627).

In einem Zeiträume von fünf Jahren (16211626) hatten die Waffen-erfolge und die geschickte Politik des Kaisers alle Anstrengungen undBündnisse der Protestanten zerstört und zerrissen und den grössten Theilder letzteren gezwungen, sich vor ihm zu beugen. Es blieben nur nochdie Fürsten von Mecklenburg, Pommern und der König von Däne-mark. Berauscht von den gehabten Erfolgen und in seinen ehrgeizigenPlänen kein Maass kennend, begnügte sich der Kaiser schon nicht mehrmit seiner Machtverbreitung über Deutschland. Er entschloss sich, dieUfer der Ostsee zu erobern, um die Herrschaft auf derselben, das Ueber-gewicht über die vier nördlichen Seemächte: England, die Niederlande,Dänemark und Schweden und den politischen Vorrang in Europa zu er-langen. Als in Folge dessen im Anfange des Jahres 1627 die Abthei-lungen der kaiserlichen Heere und des Herzogs von Lüneburg, der aufdes Kaisers Seite getreten war, Mecklenburg und Brandenburg verwüste-ten, marschirte Tilly's Armee, die Elbe zwischen Boitzenburg und Lauen-burg überschreitend, nach Holstein. Mit Hülfe der Seemächte und einigerprotestantischen Fürsten gelang es dem Könige von Dänemark bis40,000 Mann Truppen zu sammeln und sich ziemlich lange gegen Tilly zuhalten, indem er jeden Fuss breit Landes hartnäckig vertheidigte. Aber inder zweiten Hälfte des Jahres 1627 marschirte Wallenstein, dessen Armeesich bis auf 100,000 Mann verstärkt hatte, über Schlesien nach Branden-burg, auf dem AVege die Gegend verheerend und ungemein grosse Geld-contributionen erhebend. Wallenstein sandte mit einer Heeresabtheilungden Arnheim nach Pommern, eine andere Abtheilung unter Schlik nachMecklenburg und marschirte selbst mit der Hauptmacht, zu der auch dieAbtheilung des Herzogs von Lüneburg gestossen war, in Jütland ein.Unterdessen hatte Tilly den König von Dänemark bei Aalborg geschlagen(17. October). Nach Wallenstein's Ankunft in Jütland, wurde Tilly vonihm, unter dem Vorwand der völligen Befestigung der kaiserlichen