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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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2. Erste Periode des dreissigjährigen Krieges (1618—1630). 45

sondern sogar als schädlich, indem er den König von Dänemark von derihm zu gleicher Zeit seitens Tilly und Wallenstein drohenden Gefahrbefreite und die Entscheidung des Krieges in Norddeutschland fast aufanderthalb Jahre (bis zur zweiten Hälfte des Jahres 1627) hinausschob.

Wallenstein's Armee bezog Winterquartiere in Mähren und längs derDonau. Der König von Dänemark aber fuhr fort auch im Jahre 1626gegen Tilly ebenso wie früher zu operiren. Er führte aber den kleinenKrieg nicht geschickt genug, bei seinen sich oft wiederholenden Ueber-fällen hatten seine Streitkräfte nur selten die Uebermacht und daherendeten alle Affairen seiner Truppen mit denen Tilly's grössten Theils zuGunsten der letzteren.

Im Mai des Jahres 1626 marschirte er zur Elbe Mansfeld zuHülfe, kam aber erst dann in Dessau an, als Mansfeld und nach ihmWallenstein über Schlesien und Mähren nach Ungarn ausgerückt waren.Der König von Dänemark entsandte einen Theil seines Heeres, um denBrückenkopf bei Dessau anzugreifen ; doch die in demselben von Wallen-stein zurückgelassenen Truppen, rechtzeitig durch Tilly verstärkt, schlu-gen den Truppentheil des Königs von Dänemark zurück. Darauf kehrteder König von Dänemark ins Herzogthum Braunschweig zurück undbeschäftigte sich mit der Belagerung von Kaienberg und einiger anderer, kleiner Städte. Tilly, der seinerseits Göttingen belagerte, schickte einenTheil seiner Truppen zum Entsatz Kaienbergs. Die Dänen hoben dieBelagerung dieser Stadt auf und rückten der Heeresabtheilung Tilly'sentgegen, wurden aber im Beitergefecht bei Vessingen geschlagen undhinter die Leine zurückgeworfen. Bald darauf ergab sich Göttingen, undTilly bereitete sich vor, Nordheim zu belagern, als er erfuhr, dass derKönig von Dänemark mit seiner ganzen Armee von Seesen heranrücke.In Folge dessen zog er sich nach Angerstein, behufs Vereinigung mitder aus der Armee Wallenstein's ihm zur Verstärkung entsandten Heeres-abtheilung, zurück. Nachdem Tilly sich mit derselben vereinigt hatte,marschirte er gegen den König von Dänemark, der unterdessen bisDuderstadt vorgerückt war. Der König von Dänemark aber, eineSchlacht vermeidend, fing an, über Seesen sich nach Wolfenbüttelzurückzuziehen, und schliesslich von Tilly bei Lutter am Barenbergeeingeholt, wurde er von ihm in der Fronte angegriffen, während ein Theilder Tilly'schen Truppen seinen linken, ein anderer den rechten Flügelumging und ihn von hinten angriff. In der in Folge dessen ge-lieferten Schlacht (26. August 1626) wurde der König von Dänemarkgeschlagen und retirirte mit dem Best seiner Truppen über Lauenburgnach Stade. Hier begann er frische Truppen zu werben, Punkte an derunteren Elbe zu befestigen und sich zur Vertheidigung Holsteins vorzu-bereiten. Einen Monat nach der Schlacht hatte er schon ein Heer von