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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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2. Erste Periode des dreissigjähiigen Krieges (16161G30). 43

bliebenen Truppen der Niederlande über Bavensberg und Nienburg zurVereinigung mit Mansfeld aus. Tilly verfolgte ihn. holte ihn ein undschlug ihn bei Stadtlohn im Kreise Ahaus (6. August 1623), so dassvon allen Truppen des Herzogs von Braunschweig es nur 6000 Manngelang, sich mit der niederländischen Armee zu vereinigen. Daraufbezog Tilly die Winterquartiere in den hessen-kasselschen Besitzungen,die spanischen Heere im Herzogthum Jülich. Mansfeld aber fuhrnoch eine Zeit lang fort die Bisthümer Osnabrück und Baderborn zuverwüsten.

§. 16.

Operationen an der Weser, in Sachsen, Schlesien und Mähren

(16241626).

Im Laufe des Jahres 1624 wurden fieissige Unterhandlungenzwischen den protestantischen Fürsten Norddeutschlaiids, Frankreich,den Niederlanden, England, Dänemark und Schweden gepflogen.Schliesslich kam durch die Bemühungen Frankreichs, Englands und derNiederlande ein neues Bündniss gegen den Kaiser zu Stande. DasObercommando über die Truppen dieses Bundes wollte man AnfangsGustav Adolph anvertrauen, aber seine Forderungen schienen nichtgemässigt genug, und da übernahm der König Christian IV. von Dänemarkdiesen wichtigen Fosten, dem er gar nicht gewachsen war. Englandnahm Mansfeld und den Prinzen von Braunschweig in seinen Dienstund vertraute ihnen 16,000 Mann Truppen an, mit denen sie in denNiederlanden landeten, gegen Wesel am Bhein marschirten und imNovember 1625 sich dem Könige von Dänemark anschlössen. Mit diesen16,000 Mann beliefen sich die Streitkräfte auf 60,000 Mann. Gegen4000 Mann von denselben vertheilte der König von Dänemark ganznutzlos in Garnisonen und mit 40,000 Mann stellte er sich im befestigtenLager bei Bremen auf, beschränkte sich darauf mit Tilly einen kleinenKrieg zu fuhren und ihm die Verproviantirung seiner Truppen zu er-schweren. Ungeachtet aller Anstrengungen Tilly's, ihn aufs Feld heraus-zulocken und zur Schlacht zu zwingen, verblieb er in seinem Lager. Soverging das ganze Jahr 1625. Inzwischen aber drohte den Protestantenschon wieder eine neue Gefahr. Der Kaiser, der unabhängig von demKurfürsten von Baiern und dem katholischen Bunde, mit eigenenKräften zu operiren beabsichtigte, trug dem Grafen Wallenstein auf, eineArmee anwerben zu lassen, um den Protestanten Norddeutschlands einenentscheidenden Schlag beizubringen. Der Kriegsruhm und besonders derBeichthum und die Freigebigkeit Wallenstein's waren die Ursache, dassin kurzer Zeit bis 29,000 Mann Truppen sich um seine Fahnen gesammelthatten, deren .Zahl sich später noch bedeutend vergrösserte. Der Unter-