42 I- Dreissigjähriger Krieg.
Mansfeld zu bewegen, in ihre Dienste zu treten. Nachdem Mansfeld aufden Vorschlag der Niederlande eingegangen war, marschirte er mit nichtmehr als 10,000 Mann dem linken Maasufer entlang ihren Grenzenzu. An der französischen Grenze waren unterdessen schon gegen ihn25,000 Mann Truppen gesammelt, und andrerseits marschirte Cordovamit den spanischen Truppen gegen Namur, um ihm den Weg in dieNiederlande abzuschneiden. Mansfeld gelang es aber, dieselben zuerreichen, und Cordova holte nur seine Arrieregarde ein, die er beiFleurus schlug (9. Mai). Auf diese Weise stiess Mansfeld nur mit7000 Mann in Breda zur Armee des Prinzen von Oranien. Nach Mans-feld's Ausmarsch aus der untern Pfalz wurde dieses Land bald daraufvon den kaiserlichen und katholischen Truppen gänzlich unterworfen.Der Kaiser bekleidete darauf eigenmächtig den Herzog von Baiern mitder Kurwürde, verlieh ihm die Pfalz und entschloss sich, den Kriegnach Norddeutschland zu verlegen, wo der Kurfürst von Brandenburgund die Herzöge von Mecklenburg, Braunschweig und Pommern zumSchutze der Rechte der deutschen Fürsten und' der Grundinstitutionendes Keiches offen gegen ihn sich rüsteten. Zu diesem Zwecke wurdeunter dem Vorwande, Spanien im Kriege gegen die Niederlande Hülfezu leisten, die Armee Tilly's von den Ufern des Neckar an die Weserversetzt.
III.Krieg an der Weser, in Sachsen, Schlesien und Mähren (1623—1626).
§. 15.Operationen an der "Weser (1623).
Während Mansfeld mit den neuangeworbenen Truppen der Nieder-ländischen Staaten die katholischen Länder am linken Ufer der Weserverwüstete, lagerte der Prinz Christian von Braunschweig mit den fürdie Niederlande angeworbenen Truppen und der vom Bunde der pro-testantischen Fürsten Norddeutschlands bewaffneten Armee (im Ganzengegen 25,000 Mann) hinter dem Werra-Flusse, in der Nähe Göttingens.Tilly ging über die Werra und rückte mit einem Theile seiner Armeegegen den Prinzen von Braunschweig von der Fronte und Hess den an-dern Theil der Truppen den linken Flügel des Letztern umgehen. Aberder Prinz von Braunschweig schlug zuerst den einen, dann auch denandern Theil der Truppen. Ungeachtet dieses .Sieges, gelang es demKaiser durch politische Massregeln die Protestanten Norddeutschlandseinzuschüchtern und sie dahin zu bringen, dass sie ihre Armee ent-liessen. Nun rückte der Herzog von Braunschweig mit den ihm ver-