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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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2. Erste Periode des dreissigjährigen Krieges (16181G30). 41

er sich nur auf die Verwüstung der Bisthümer von Münster und Pader-born. Als alter die Operationen der Niederländer den Abmarsch derspanischen Heere in die Niederlande zur Folge hatten, marschirte erzum Main in der Absicht, denselben zu überschreiten und an seinemlinken Ufer sich mit Mansfeld zu vereinigen. Jedoch in Folge der Be-lagerung Hagenau's durch den aus dem Breisgau mit 6000 Mann ange-rückten Erzherzog Leopold, war Mansfeld genöthigt aufs linke Rheinuferzurückzugehen. Tilly überfiel den Prinzen von Braunschweig imRücken grade zu der Zeit, als er bei Höchst über den Main ging, undschlug ihn gänzlich. Die Reste der Truppen des Prinzen von Braun-schweig eilten sich mit Mansfeld zu vereinigen, der unterdessen dieAvantgarde des Erzherzogs Leopold geschlagen und ihn gezwungen hatte,die Belagerung von Hagenau aufzuheben und in den Breisgau zurück-zugehen mit einem Theile seines Heeres, dessen anderer Theil in Mans-feld's Dienste trat. Darauf, in der Absicht sich mit demPrinzen von Braun-schweig zu vereinigen, ging Mansfeld von Neuem auf die rechte Seitedes Rheins über und rückte gegen Darmstadt. Hier fand er aber schonden Weg zum Main durch Tilly's Truppen versperrt, und von denselbenzurückgeschlagen, kehrte er auf das linke Rheinufer mit 18,000 Mannzurück, die sich durch Desertion und Krankheiten täglich verminderten.Auf diese Weise gelang es Tilly, der seine Streitkräfte zusammenhielt,die Vereinigung von 60,000 Mann protestantischer Truppen, die einzelnvon drei verschiedenen Seiten operirten, zu verhindern, 40,000 Manndes Markgrafen von Baden-Durlach und des Prinzen von Braunschweigeinzeln zu schlagen und in der untern Pfalz sich zu halten. Nachdemnun Friedrich die Hoffnung verloren hatte, seine Besitzungen wieder zuerobern, beschloss er sein Schicksal der Grossmuth des Kaisers anheimzu stellen und befahl Mansfeld, seine Heere zu entlassen. Da nunaber diese Truppen nicht Friedrich gehörten, sondern Mansfeld,der sie angeworben hatte, so fuhr Letzterer fort, in der untern Pfalzso lange zu operiren, bis ihn endlich Mangel an Lebensmitteln und dieErfolge der kaiserlichen und katholischen Heere zwangen, sich aus deruntern Pfalz zurückzuziehen. Nachdem er Elsass und Lothringen ver-wüstet hatte, marschirte er nach Norden, durch die Besitzungen desKurfürsten von Trier, den Grenzen Frankreichs und der Niederlandezu, nach Metz. Die spanischen Truppen unter Cordova's Führung folgtenihm nach Luxemburg, indem sie die niederrheinischen katholischen Be-sitzungen deckten. Mansfeld blieb an der Grenze von Frankreich stehenund verwüstete die Umgegenden von Mousson und Beaumont. Frank-reich fing an gegen ihn Heere zu sammeln, um ihn am Eindringen in seineGrenzen zu hindern, aber unterdessen bemühten sich sowohl letzteres,als auch die Niederlande, Spanien und die venetianischc Republik,