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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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40 T. Dreissigjähriger Krieg.

in die obere rückte nach gänzlicher Unterwerfung Böhmens der Herzogvon Baiern ein. Mansfeld. dem Friedrich alle seine Streitkräfte undMittel, sowie die Vertheidigung seiner Erblande anvertraut, hatte in derobern Pfalz Truppen angeworben und hielt sich in derselben einige Zeitgegen den Herzog von Baiern. Schliesslich aber war er gezwungen sichnach Neumarkt zurückzuziehen, und mit 18,000 Mann marschirte er indie untere Pfalz, vereinigte sich dort (im October) mit den niederländi-schen Truppen und zwang die Spanier einen bedeutenden Theil derPfalz zu räumen und sich gegen den Main hin zurückzuziehen. Daraufbesetzte er die befestigte Stadt Hagenau, die von der Zeit an seine Haupt-operationsbasis wurde, und setzte sich am linken Rheinufer fest. Vonder einen Seite hatte er gegen sich Spinola mit den spanischen Heerenam Main, von der andern den Grafen Tilly mit den kaiserlichen undkatholischen Heeren, die nach Unterwerfung der obern Pfalz am Neckarzwischen Heilbronn und Heidelberg ihre Stellung genommen hatten.

§. 14..Operationen am Main und Rhein (1622).

Nachdem im Jahre 1622 der Prinz Christian von Braunschweig,gewesener Administrator von Halberstadt, und der Markgraf von Baden-Durlach, jeder 20,000 Mann Truppen aufgebracht; und Letztererausserdem noch, um seine Nachfolger nicht dem Schicksale Friedrichsauszusetzen, ihnen alle seine Besitzungen übergeben, rückten sie vonNorden und Süden dem Main zu, um sich mit Mansfeld zu vereinigen.Der Letztere ging zu diesem Zwecke auf das rechte Rheinufer über undüberfiel bei Wiesloch aus einem Hinterhalte Tilly, den er schlug. Tillyzog sich zum Neckar zurück und rückte den spanischen Truppen- ent-gegen, um sich mit ihnen zu vereinigen. Mansfeld aber, anstatt dieseVereinigung zu verhindern und sich selbst seine Vereinigung mit demPrinzen von Braunschweig und dem Markgrafen von Baden-Durlach zuerleichtern, zerstückelte seine Kräfte und beschäftigte sich mit der Ein-nahme der Städte zwischen dem Rhein und Neckar. Unterdessenaber gelang es Tilly sich mit den spanischen Heeren zu vereinigen,worauf er den Neckar aufwärts sich gegen den Markgrafen von Baden-Durlach wandte und denselben bei Wimpfen (16. Mai) schlug, ehe nochMansfeld ihm zu Hülfe kommen konnte. Die Reste der Truppen desMarkgrafen von Baden-Durlach schlössen sich Mansfeld an, wurdenaber bald entlassen.

Während dieser Operationen am Neckar wurde der Prinz vonBraunschweig von den spanischen Truppen, welche die niederrheinischenkatholischen Länder deckten, und von einem Detachement, das vomGrafen Tilly gegen ihn entsandt war. aufgehalten. Lange beschränkte